Traum-Auto – Auto-Traum

Über viele Jahre hinweg hat mich eines meiner Traumsymbole begleitet, immer wieder kam es zurück, oft zwei-, dreimal im Monat: Ich fahre ein Auto und möchte gerne anhalten, weil ich angekommen bin, in der Garage bin, anhalten jetzt einfach „dran“ ist – nur: Das Auto hält nicht an! Wieder und wieder laufen in diesem Traum dieselben panischen Verhaltensmuster ab: Ich trete das Bremspedal bis zum Anschlag und noch weiter – das Auto bleibt nicht stehen! Ich ziehe wie verrückt die Handbremse – das Auto bleibt nicht stehen! Die Garagenwand kommt näher und näher – das Auto bleibt nicht stehen! Es wird vielleicht langsamer und langsamer, aber es BLEIBT NIE STEHEN! Eher verändern sich die Dimensionen der Umgebung  (die Wand kommt näher und doch wieder nicht), als dass das Auto stehenbleibt.

Wie gesagt, viele Jahre lang, immer wieder dasselbe Traumbild. Bis ich vor einiger Zeit las, dass das Auto in diesem Traum für mein eigenes Leben steht. Ich begriff mit einem Mal, dass das Auto um Himmels Willen nicht stehenbleiben DURFTE, sonst wäre mein Leben nämlich zu Ende.

Von dem Moment an, als ich das verinnerlichte, hatte ich den Traum NIE WIEDER.

Bis vorletzte Nacht.

Ich fahre wieder ein Auto. Es ist ein schwarzer, großer BMW – warum auch immer. Ich kann das Auto kaum kontrollieren. Der MannMitHut sitzt nebendran. Es lässt sich schwer steuern. Immer wieder kommen Situationen, in denen es wirklich um Millimeter geht – an parkenden Autos vorbei, um Hindernisse herum, auf der Spur bleiben. Ich kann das Lenkrad kaum richtig festhalten, während der Fahrt versuche ich, das Lenkrad richtig einzustellen … Schwierig, das alles. Auch die Pedale tun nicht das, was ich will. Gas geben ist ja/nein/vielleicht-kompliziert. Und ich fahre in diesem Traum durch die drei Stationen meines bisherigen Lebens: Ich starte in meinem Geburtsort, ich fahre durch München, bin schließlich im Dorf.

Hm. Ganz großes HMMM!

Heute Nacht dann wieder ein großes Traumbild, dass gefühlt über Stunden geht. Ich tue genau das, was ich im realen Leben vorhabe. Quasi wird mir hier ein Gespräch vorweggenommen. Ich sehe jedes kleinste Detail, den Schreibtisch, die Papiere, bis zur Frisur meines Gegenübers. Ich höre genau, was wir sprechen. Es fühlt sich alles richtig an. So will ich es und so soll es sein. Nach dem Gespräch gehe ich nach draußen. Die Luft ist erfrischend und klar.

Selten bin ich aus einem Traum so zuversichtlich aufgewacht.

Wunschdenken? Oder ein Ausblick auf die kommende Zeit? Hmmm.

Tja, was soll ich sagen

Letztendlich kann man ja doch vor nix davonlaufen. Seit Tagen grüble ich hin und her, wie ich (m)eine Situtation lösen könnte. (Und auch der Aufsprung auf die Workout-Challenge vom Captain ist nichts anderes als Ablenkung.)

Wissen Sie, ich bin ein ehrlicher Mensch. Mir ist nichts mehr verhasst, als irgendwo Verbindlichkeiten, sprich Schulden zu haben. Ich lebe nach dem Motto: Was ich nicht direkt sofort bezahlen kann, das kaufe ich dann eben jetzt nicht. Nur: Jetzt bin ich in einer Situation, in der ich etwas investieren muss, um dabeizubleiben. Das Geld habe ich im Moment nicht, aber es macht mich auch fertig, dann bis Ende des Jahres eine für mich unpopuläre Entscheidung treffen zu müssen.

Im Klartext: Ich hätte jetzt bitte gerne eine gute Fee, die jemanden dazu bringt, mir bis Ende des Jahres Geld zu borgen. Es mag Menschen geben, denen zweitausend oder zweieinhalbtausend Euro nur ein Lächeln entlocken – für mich bzw. uns ist es gerade mal existenziell.

Liebes Universum, es wäre schön, wenn wir mal nicht mehr krebsen müssten, sondern wieder aufrecht laufen könnten …

 

Eine Challenge, eine Challenge!

Da hat er was angerichtet, der Captain … Wieso sind wir denn jetzt alle aufgesprungen?? Selbst uns aller Rain? Lustig ist es allemal.

Ich gebe zu, das niedrige Energielevel in der letzten Zeit hat keine Kraft für den Spocht gelassen. Dabei weiß ich genau, wie gerne ich mich bewege und körperlich austobe, als Ausgleich zum Am-Schreibtisch-Sitzen. Aber: Keine Energie, und außerdem ist es morgens (meine Zeit!!) noch dunkel. Unser morgendlicher Zeitplan hat sich auch verschoben.

Zu unserer Münchener Zeit war das alles irgendwie kein Problem. Morgens um fünf, halb sechs eine Runde durch den Park joggen, alternativ das Workout Rumhampeln vorm Fernseher. Ich habe da nämlich drei, vier richtig gute Trainingsvideos, die nicht nur richtig fordern, sondern auch an wunderschönen Orten gedreht wurden … das Auge trainiert ja mit.
Vor (Bühnen-) Auftritten das ganze Programm nochmal zwei Stufen intensiver.

Immerhin mit Joggen habe ich letzte Woche schon wieder angefangen. Letztendlich ist es ja auch Teil meines Berufes. Ich SOLLTE fit sein. Was mich zum Punkt Essen bringt:

Die Methode vom Captain ist nichts für mich. Meine Favoriten sind: Alkohol und Industriefutter weglassen. Das klingt so wenig und ist so schwierig, bringt aber viel. Sie ahnen gar nicht, wieviel Zucker wo drin ist!

In den letzten Jahren habe ich die Fastenzeit immer recht konsequent durchgezogen, diesesmal gibt es kaum Ansatzpunkte. Außer vielleicht das große Stück Schokolade am Abend. Ach ja, und den Spocht.

Auf gehts!
Mal sehen, ob ich irgendwelche fotografischen Nachweise liefern kann.

 

 

*Feudelgeräusch*

Oh, guten Tag. Nein, tut mir leid, ich bin die Putzfrau. Ich soll hier mal durchwischen, damit die Staubschicht nicht noch größer wird.

AnnJ? Oh, soweit ich weiß, nur noch mit sehr begrenzten Zeit- und Energiereserven. Vor allem Energie … Ist grad so ein bisschen arg tiefpunktig, Sie verstehen?
DerMannMitHut? Dito … nur noch müde und kaputt und so.
Zu viele Sorgen insgesamt, Geldsorgen sind eben auch Energiefresser.
Das andere Katz und das bunte Katz? Och, denen gehts gut, immerhin. Nähern sich langsam an, manchmal sind beim Zweibeiner-Bekuscheln schon nur noch fünf Zentimeter Abstand zwischen den Katzennasen.

Nein, ich weiß auch nicht, wann es hier Neues gibt.

10 Fakten

Auf gut Glück einmal in die Über mich-Kiste hineingegriffen und ein paar Dinge hervorgekramt. Mir ist gerade so danach.

1. Ich mag keinen Spinat, keinen Kürbis und keinen Spargel und kann außerdem keine rohen Tomaten essen.

2. Meine Küche hat weder Mikrowelle noch Geschirrspüler, noch Dunstabzug. Und ich vermisse das alles auch nicht bzw. verweigere es.

3. In meinem Schrank befinden sich Klamotten, die mindestens alle zwei, drei Wochen trage, die entsprechend oft gewaschen werden und nach mehr als 15 Jahren trotzdem noch fast wie neu sind.

4. Ich bin nicht eifersüchtig und klette nicht. Das hat bei mindestens einem Mann schon für erhebliche Irritation gesorgt, weil er diese  Selbstsicherheit nicht glauben konnte.

5. Ich habe für mich bereits festgelegt, wie meine Beerdigung einmal organisiert werden soll, bis hin zur Musik. Allerdings habe ich absolut keine Eile mit dem Sterben.

6. Ich habe nur extrem wenige, punktuelle Erinnerungen an die Zeit vor meinem 10. Lebensjahr.

7. Es gibt Verhaltensmomente bei anderen Menschen, insbesondere in Verbindung mit Alkohol, die mich triggern und fast panisch die Flucht ergreifen lassen. Ich weiß genau, was dann in mir passiert, kann es aber anderen nicht erklären.

8. Ich musste als Kind einmal als lebendes Schutzschild herhalten. Innerhalb der engsten Familie.

9. Wenn Zeitreisen möglich wären, würde ich zu gerne durch die Vergangenheit reisen und gucken, wie das alles so war, zum Beispiel so vor 65 Millionen Jahren, vor 2.000 Jahren, vor 30.000 Jahren, vor 10.000 Jahren. Ach was, ich würde alles gucken gehen.

10. An manchen Stellen fällt mir das räumliche Denken schwer. Deshalb kann ich keine lange Strecke rückwärts mit dem Auto fahren, muss mich beim Einparken sehr konzentrieren und kann die sogenannte gebundene Rotation des Mondes nur mit Anstrengung verstehen bzw. muss sie mir jedes Mal neu erklären (lassen).

Bonus:
11. Ich bin überzeugt, dass es die Menschheit schaffen wird, sich innerhalb der nächsten höchstens 100 Jahre selbst auszurotten. Wir werden als Spezies einfach eingehen. Der Planet wird uns nicht vermissen und uns nicht nachweinen.

Balkongedanken (7) – Dankbarkeit

Wissen Sie, 2016 war für mich und den MannMitHut absolut kein überragendes Jahr. Zu viele Hindernisse im Weg, zu oft „gehe zurück auf Los“, zuviel Kraft- und Energieraubendes. Die größeren Ereignisse sind hier nachzulesen, die vielen kleineren nicht so. Wir sind inzwischen beide tatsächlich angeschlagen und oft nur noch sehr, sehr müde. Bei mir ist es etwas besser geworden, seit ich mit meiner Ärztin gesprochen habe (es gibt sie noch, diese tollen Zuhör-Ärzte) und wieder brav regelmäßig meine Tabletten nehme (dass eine solche Winzmenge an Schilddrüsenhormom so viel ausmachen kann …). Der MannMitHut ignoriert noch, aber ich sehe ihm ja an, wie ihm das Jahr zugesetzt hat.

Trotzdem: Eines der vorherrschenden Gefühle in 2016 bei mir ist Dankbarkeit. Dafür, dass mein Leben trotz allem ein gutes ist. Ich bin dankbar dafür, dass
ich den MannMitHut habe
ich ein ziemlich großes Dach über dem Kopf habe
ich Menschen kennenlerne, die mich unterstützen und fördern
ich in einem friedlichen Land lebe und einfach in Geschäfte gehen und einkaufen kannich keine schlimmen Krankheiten oder Behinderungen habe
ich selbständig sein kann, weil ich das will
ich in einem Haus mit Garten und viel Platz lebe
ich meinen Hobbies nachgehen kann
und noch etliches mehr, das mir jetzt gerade nicht einfällt.

Und so lange ich noch jeden Samstag zum Einkaufen fahren kann, so lange ich den Kühlschrank oder den Küchenschrank aufmache und darin etwas zu essen ist, so lange ich Strom, Heizung und die Annehmlichkeit eines Bades (und dreier Toiletten, nebenbei) habe, so lange ich keine ernsthaften Gesundheitsprobleme habe, so lange ich Haustiere haben und notfalls spontan in die Tierklinik fahren kann (drücken Sie der Cleo ein bisschen die Daumen, ja?) – so lange GEHT ES MIR NICHT SCHLECHT! Ich bin dankbar dafür, dass ich das alles habe. Sehr.
Ich sage das auch nicht einfach vor mich hin oder versuche mir das einzureden, sondern: Das ist ein Gefühl, das ganz tief aus dem Bauch kommt.

Nein, wir können im Moment kein Geld auf die Seite legen, keine Sprünge machen, wir leben spitz auf Knopf, wir wissen manchmal nicht, wie wir große Rechnungen bezahlen sollen, wir würden so gerne das Haus gefälliger machen und notwendige Instandhaltungen machen lassen, es geht eben nicht.

Und doch: Ich finde, wir müssen alle wieder viel mehr die kleinen Dinge schätzen, die wir so oft als selbstverständlich hinnehmen. Es kann alles sehr schnell vorbei sein.