In the days of December

– Für den Mann Mit Hut, damit er verstehen kann. –

(At secret places
The goddess reveals her smile.
Her malicious smile!)*

Es ist wieder Dezember. Also wieder Zeit, sich den inneren Dämonen zu stellen. Zurückgeworfen auf die Gedanken und Erinnerungen, die sich jedes Jahr pünktlich um diese Zeit kurz vor Weihnachten einstellen. Auch nach so langer Zeit, nach dreizehn Jahren, falle ich dann in die Vergangenheit zurück.
Denn diese Zeit im Jahr ist verbunden mit DIR.

An diesem einen Abend hast Du ein Höllentor geöffnet,
von dessen Existenz Du nichts wusstest.
Wir kannten uns, freundschaftlich-flüchtig.
Mir war völlig klar, dass Deine Präsenz, Deine Ausstrahlung,
Dein Selbstbewusstsein, Dein Aussehen mich verführen konnten.
Ich träumte manchmal, aber sonst war da nichts, jeder in seinem Gleis.
Ich in meiner Beziehung mit J., zu der Zeit schon Sackgasse, Du in Deinem Leben.
Bis zu diesem Abend.

Heimliche Berührungen von Dir, intensiv, fordernd.
Heißer Körperkontakt, der mich verwirrte, ratlos machte.
Du, den jede wollte und der jede haben konnte, die er wollte – Interesse an mir?
Mein Körper in heillosem Aufruhr. Feuer, das aufbrüllte.
Ein letzter Blick in der Bahn – ein Versprechen, das ich zu gerne glauben wollte.
Das Höllentor war offen. Die Dämonen hoben ihre Köpfe.

Ich hatte schlaflose Nächte und durchträumte Tage.
Du hattest diese Episode vielleicht vergessen – wollen -,
bis ich Dich Tage später darauf ansprach.
Ich wollte Dich wissen lassen, was Du ausgelöst hattest.
Ich fand, das wäre ich Dir schuldig. Und ich wollte Klarheit
darüber, welches die Regeln in diesem Spiel waren.

Ich nannte Dich bei mir meinen schwarzen Regenbogen.
Ich wollte Dich, aber vor allem wollte ich eine klare Position von Dir.
Es folgten drei Jahre gefühlsmäßiger Berg- und Talfahrt.
Wieder und wieder rannte ich sehenden Auges gegen Wände.
So oft ich mir befahl, Dich aus meinem Leben zu schicken,
so oft wurde mein Körper zum Verräter.  Ich kämpfte gegen Dämonen.
Vergaß meinen Stolz jedesmal aufs Neue, wenn ich Dich sah.

Ich ordnete mein Leben neu. Verdrängte Dich. Versuchte es zumindest.
Ich würde Dich nie dort haben, wo ich Dich gerne haben wollte.
Doch fast auf den Tag genau drei Jahre nach jenem denkwürdigen Abend
warst Du präsenter als je zuvor. Feuersturm …
Ich kannte ja meine Reaktion auf Dich. Ich ließ es zu.
Das Gefühlschaos begann von vorne. Die Dämonen lachten mich aus.

Es dauerte noch drei Monate, bis ein einziger Satz von Dir
mich brutal in die Realität zurückbrachte und ich endlich
die Reißleine ziehen konnte. Meinen Selbstwert endgültig wiederfand
und mir schwor, wenn künftig jemand spielt, dann ich.
Mein Leben, meine Regeln! Nie wieder würde ich mich so vergessen.

Mein Leben änderte sich, ich veränderte mich. Einige Zeit später kam
der Mann Mit Hut, der endlich die Dämonen bannen konnte.
Dich habe ich nie wiedergesehen und werde es auch nicht.
Heute, nach dreizehn Jahren, ist die Erinnerung an dieses Theater
nur noch ein Teil meines Lebens, der dazugehört und an den ich
manchmal zurückdenke. Eine Zeit, in der ich viel – vor allem über mich selbst – gelernt habe.
Nur im Dezember, kurz vor Weihnachten, ist für ein paar Tage es nur eines:
Nemesis.

* Aus: Signs Of Fate / eigene Lyrik

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