Elf Fragen

Die Frau mit dem roten Kleid hat in ihrem Blog elf Fragen liegenlassen, die habe ich mir mal eben aufgeklaubt.

1. Wie gut kannst Du zulassen, dass ein Mensch anders denkt und handelt als Du?
Inzwischen recht gut, glaube ich. Ich halte genau das für eine der härteren Übungen im Leben: In Situationen, wo man selbst definitiv anders handeln würde, anderen Menschen ihren eigene Handlungsweise zuzugestehen. Ich stoße da immer wieder mit der Nase drauf.

2. Was glaubst Du, warum haben zumeist Koch- und Beauty-Blogs bis zu 3.000 Anhänger?
Weil sie uns eine heile und schöne Welt zeigen, die wir für uns selbst gerne hätten, aber nicht hinbekommen. Sie vermitteln uns aber die Illusion, dass wir es könnten. Es ist ein ewiges Streben nach Perfektion. Und wenn ich dieses und jenes stylische Blog toll finde (was ich persönlich nicht tue), dann bin ich zumindest in Gedanken perfekt.

3. Wie viel Persönliches kann Deiner Meinung nach in einem Blog geschrieben werden?
Sehr viel, wenn der Verfasser nicht in Erscheinung tritt. Je anonymer, desto mehr Persönliches. „(Er-)Kennt mich ja keiner.“

4. Ab wann ist ein Blogger authentisch für Dich – und ist er das nicht (mehr), nur weil ein Foto von ihm (aus Eitelkeit oder zum Eigenschutz) bearbeitet bzw. verfremdet ist?
Ein Blogger ist für mich dann authentisch, wenn er nicht nur das Äußerliche zeigt („Guckt, ich war da und dort, tolle Fotos!“, „Klickt mal dahin, das hat mir diese Woche gefallen.“), sondern auch Einblick in sein Seelenleben mit Hochs und Tiefs gewährt. Seine Sichtweisen und Zusammenhänge erklärt. Und eine Lebensweise bzw. Standpunkte hat, die nicht in jedem Beitrag wieder umgeworfen werden.
Er ist auch dann noch authentisch, wenn er Fotos von sich bearbeitet – das Bild macht ihn allein ja nicht aus. Und wenn er seine Privatsphäre schützen will, dann darf er das.

5. Bist Du ein Pilcher-, Dschungelcamp- oder GZSZ-Fan und traust Dich das nur nicht zuzugeben?
Äh – nein! NEINNEINNEIN! Brauche ich alles nicht. Geh fort!

6. Redest Du wie Dir der Schnabel gewachsen ist und schreibst Du auch so – oder überlegst Du sehr genau, was Du wie schreibst?
Beides. Manchmal klempnere ich schon sehr lange an einer Formulierung. Manchmal ist aber auch alles im Fluss. Kommt auf den Blogbeitrag an. Einträge, die persönlich werden, überlege ich mir sehr viel genauer und länger.
(Aktuell ist da was auf Halde, das arbeitet im Untergrund vor sich hin – es wird ein großes Baby …)

7. Bist Du schnell zu begeistern?
Ja. Für viele verschiedene Dinge. Ich muss nur immer daran denken, dass die Begeisterung auch sehr schnell nachlassen kann und dass dann Vieles angefangen bleibt und nicht beendet wird.

8. Wie vergangen ist Vergangenes?
Nicht immer so vergangen, wie ich mir das wünsche. Das Thema beschäftigt mich aktuell, siehe Klammer bei Frage 6. Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu meiner Vergangenheit. Einerseits hat sie mich geprägt und wirkt sich immer auf mein Leben aus. Andererseits muss Vergangenes auch abgeschlossen werden, sonst kann man nicht offen für Neues sein.

9. Philosophierst oder phantasierst Du gern – oder bist Du ausschließlich ein Mensch der Tat?
Hier auch: Beides. Es gibt Zeiten für Luftschlösser und es gibt Zeiten fürs Handeln. Generell bin ich eher fürs Handeln. (Nach Goethe: „Im Anfang war die Tat!“)

10. Dreimal denselben Fehler gemacht, dreimal auf den Arsch gefallen – scheinbar unbelehrbar: Wie viel muss eine Freundschaft Deiner Meinung nach aushalten?
So viel muss eine Freundschaft aushalten, sonst hat sie den Namen nicht verdient. Der „auf-den-Arsch-Gefallene“ muss aber auch aushalten, dass ich sein Verhalten nicht gutheiße.

11. Zweite oder dritte Chance: Sind on-and-off-Beziehungen wirklich aussichtslos?
Nicht unbedingt. Wenn beide Seiten an sich arbeiten, besteht eine Chance. Wenn der Veränderungswille oder der Beziehungswille nur einseitig ist und bleibt: Finger weg. Dann wird das nichts mehr.

Soviel dann dazu. Ich bin gespannt auf die Antworten anderer Leuts.

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