Monat: April 2015

Surreales und leise Hoffnung

10.48 Uhr. 10.48 Uhr??!! Warum weckt mich keiner? Warum bin ich nicht aufgewacht? Scheixxe …
Dieses Haus kenne ich … zwei junge Damen von der kreativen Fraktion leben jetzt darin. Es ist hell und freundlich geworden. Einladend. Früher war es das Haus meiner Großmutter. Drumherum ist alles noch da … der Gartenzaun mit dem kleinen Türchen, der Weg zum Haus, der große Garten. Die Ladies freuen sich, etwas über die Vergangenheit des Hauses zu erfahren.
Es ist soweit, die Mieter ziehen aus! Schaut Euch nur um, hier, das Bad – nein, es ist nicht das richtige Bad, hier gibt es kein Fenster, es ist ein dunkler Raum. Aber auch dieses Haus kenne ich, hier war ich schon öfter. Dunkles Holz an den Decken. Treppen aus dunklem Holz. Verwinkelt, wieder ein Raum nach dem nächsten, bis ich irgendwo im Freien stehe.
Leere Räume mit Laminatboden, nur einzelne Möbel stehen noch herum. Mittendrin die Mieter und drei Katzen. Wie kommen die denn hierher?

Eine verwüstete Landschaft, übersät mit lauter kleinen Feuerschloten, wie Vulkane im Miniaturformat. Einer am anderen. Eine junge Frau versucht einen Weg zu finden. Sie trägt einen sehr passenden Rock, schwarz mit was? Rot. Ich bin es nicht, ich kenne diese Frau nicht. Aus dem Off eine Stimme, die ihr rät, direkt die Füße auf die Schlote zu setzen, das ist zwar heiß, geht aber schneller und leichter. Sie erreicht eine Höhle.
Gefangen. Wie kommen wir hier raus? Da, eine Tür wurde offengelassen, schnell weg. Aber leise! Leise! Verdammt noch mal, hör auf zu singen! Tut mir leid, das gibt ne Beule, aber jetzt bist Du wenigstens ruhig, Frau!
Wir tragen Dich auch … Vorsichtig! Ein Raum nach dem nächsten … Was ist das am Boden in den Teppichen? Silberne Streifen, ganz dünne Leuchtbänder. Mist, Sensoren – nicht drauftreten! Links daneben entlang! Ich sagte, NICHT drauftreten! Damn, jetzt müssen wir schnell sein. Verfolger auf den Fersen.
Ausgang! Ein ganz normaler Bürohauskasten? Egal, draußen! Der Rest verschwimmt.
Ortswechsel. Wieder am Anfang, alte Heimat, vertraute Wege. Steigungen rauf und runter. Teile der Handlung fehlen. War da etwas mit einem Bus? Aber da an der Ecke – hey, cool – ein Gitarrenladen. Berg wieder hochlaufen. Eine Tasche über der Schulter, eine ziehe ich hinter mir her. Nach Hause?

Mühsames zurückarbeiten in die Realität. Aufwachen, und doch nicht. Wo bin ich überhaupt? Bett, aha. Wann bin ich? Dienstag, ne, Mittwoch, oder? Wieder einschlafen, bis der Wecker die Nacht für beendet erklärt. KAFFEE! Langsam lässt die Klebrigkeit der Träume nach.

Und so geht das – bis auf wenige Ausnahmen – jede Nacht! Oft genug dieselben Traumbilder. Wo bin ich nachts? Bin ich in meinem Kopf oder geht doch meine Seele auf Reisen? Anstrengend, das alles.

Im realen Leben dafür die vorsichtige Hoffnung, dass die Übergangsmieter an ihrem Auszugstermin festhalten. Es könnte klappen. Halten Sie uns die Daumen!

Ja ne, schon klar!

Erst hinstellen und die Erfahrungen anderswo mit einem Brauereierzeugnis feixend beobachten, dann aber selber DEN Kardinalfehler machen!

Orrrr nee! Ich weiß doch, dass Weißwein nix für mich ist! Ich vertrage den einfach nicht. Mir ist kooooomisch!
Dabei waren das gestern Abend bloß drei Schlückchen. Und die auch nur, weil ich Salzstangen gefuttert habe und ich für was anderes zu trinken hätte aufstehen müssen.

Wiewas? Die beiden großen Ap-… Aper-… orangen Dingens vorher? Ne, die haben damit bestimmt nix zu tun! Kann gar nicht sein. Der Weißwein, ganz eindeutig.

„Es wird der Wein sein
Unn mir wer’n nimmer sein …“

100 Mal! An die Tafel!

Ich soll nicht in Nähvideos und Kreativblogs stöbern. Ich soll nicht in Nähvideos und Kreativblogs stöbern. Ich soll nicht in Nähvideos und Kreativblogs stöbern. Ich soll nicht in ….

DAMN!
Wo doch mein Stoffvorrat noch in Kartons verpackt im Kellerraum lagert! Und der nächste Stoffmarkt noch lang hin ist. (Bitte fügen Sie hier gedanklich das Symbolbild eines Hamsters oder Eichhörnchens ein. Meinsmeins! Habenhaben!)

Ein Grund mehr, das Ende des Wohn-Provisoriums herbeizusehnen. Langsam aber sicher geht dem MannMitHut und mir nämlich wieder die Puste aus. Es zieht sich halt alles hin, und wir wünschen uns sehnlichst, endlich wieder in eigenen vier Wänden zu leben. Die Sommerklamotten nicht erst drei Straßen weiter aus dem Kellerraum zu suchen und dafür 15 Umzugskartons umzuschichten. Bücher dann in die Hand nehmen zu können, wenn ich gerade was nachschlagen will. Die Ordner griffbereit zu haben, wenn gerade eine Rechnung oder sonstwas nachgeguckt werden muss. Oder eben aufzustehen und rauszufinden, ob ich für was Kreatives zuuufällig das passende Material dahabe.
Einfach wieder Struktur und einen Platz für alles zu haben, das wäre toll …

Bis dahin gibt es eben ab und zu Wellness-Kurztrips auf Youtube und ich geh mal neue Tafelkreide kaufen.

Hier so …

Dings, Frühling, Band, benommen nein, abgenommen, nein auch nicht, hm … vernommen – ja, das wars.

Achtung, Frühlingsalarm:

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Und nicht nur das.
Während einige Bewohner von Bloggerhausen den hohen Norden unsicher machten, gabs für AnnJ und den Mann mit Hut die Slow Food-Messe in Stuttgart. WELCOME TO PARADISE!

Das Paradies von AnnJ:

FotoBrauerhandwerk und P1000453

(Man braucht ja schon ein bißchen Grundlage, ne.)
Das Paradies vom Mann mit Hut:

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Wir waren mehr mit durchprobieren beschäftigt, als das wir zum Fotografieren gekommen wären. Denn – man glaubt es kaum:

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Da gibts doch einige sehr gut trinkbare Sachen. 🙂

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Die Heimfahrt (Na, wo denken Sie hin! Nix Auto!) verlief entsprechend … ruhig. *g*

We survived Ostern 2015 …

Aber gerade eben so. Würde ich mich aufregen wollen, wüsste ich nicht, wo ich anfangen soll.
Wie formulierte das Oscar Wilde so treffend? „Nach einer guten Mahlzeit kann man allen verzeihen, selbst seinen eigenen Verwandten.“
Ich muss ja zugeben: Das pomfortionöse Essen entschädigt dann doch für die angeknabberten Nerven.
Und  ich würde den geneigten Leser auch gerne optisch an dem Fisch, der Schweinelende im Blätterteig und der Lammkeule teilhaben lassen, allein – Sie ahnen es: Die Kamera nützt halt nix, wenn sie nicht am Ort des Geschehens ist.

Dafür kann ich es mir nicht verkneifen, den Kampf gegen die Windmühlen zu veranschaulichen:
Die Pest im Glitzerkleidchen:

Ostern1

Müllexplosion. Hilfe, ich werde zugemüllt, auch noch in rosa (!):

Ostern2

Und mit Plastik und Alufolie:

Ostern3

*seufz* Es sind halt schon sehr große Windmühlen …
(Und fragen Sie mich besser nicht, woran mich diese beiden goldfolierten aufgeklappten Eierhälften erinnern!)

Passend zum Thema aktuell in der öffentlich-rechtlichen Mediathek: Plastik – der Fluch der Meere.

Ich geh Müll rausbringen …

Kampf gegen Windmühlen

Wie Sie sicher bemerkt haben, ist hier eine neue Blogroll dazugekommen*. Das Thema ist mir nach wie vor äußerst wichtig, und sobald das provisorische Wohnen rum ist, werde ich auch wieder mehr Umsetzungsmöglichkeiten haben. Und ich freu mich drauf. Meine geplante kleine persönliche Challenge: Zwei Monate Plastikmüll getrennt sammeln und so wenig wie möglich davon produzieren. Ich will wissen, was geht. Da geht noch was!

Gleichzeitig komme ich aktuell nicht aus dem Kopfschütteln raus. Da bei den Schwiegers das Essen einen großen Stellenwert hat, gibt es oft – falls nicht sowieso abends die warme Hauptmahlzeit ist – eine „Veschper“. Nun bin ich ein Freund des geselligen Essens, aber! ABER! Wenn ich einen richtig guten Metzger gleich nebenan, nur ein paar Schritte die Straße runter habe – warum sollte ich dann in Plastik eingeschweißte Wurst im Supermarkt kaufen?? Industrie“wurst“! In Plastik! Käse auch. Rrrtsch, Packung auf, Wurst bzw. Käse raus, Packung wegwerfen.
Der Wertstoffeimer ist ja schon wieder voll?! ACH! *facepalm* Abgesehen davon, dass Chemie nichts an meinem Essen zu suchen hat.
Ich komm da auch nicht dagegen an, das Thema ist hier einfach keins, sehr schade.

Wir sind wenige, aber wir werden mehr. Ich habe durchaus das Gefühl, dass „Konsumverweigerung“ und „weniger Plastik/Müll“ in der Gesellschaft ankommen. Und ich hoffe, dass hier noch ein weitaus größeres Umdenken einsetzt. Jeder einzelne kleine Schritt zählt, auch wenn man nicht immer alles umsetzen kann. Ab und zu hilft es schon, das Hirn einzuschalten, bevor die Hand ins Regal zuckt: Weshalb genau soll ich bitte die aktuellen Oster-Süßkram-Kollektionen kaufen, bei denen viele Einzelteile in Plastik in ein größeres Plastikteil verpackt sind (und horrende Preise haben)? Bin ich vielleicht die Müllentsorgung, oder was? Drei Meter weiter im Süßkramregal steht dieselbe Ware zum regulären Preis in schlichter Aufmachung …
Was bleibt denn übrig, wenn der Inhalt aufgefuttert ist? Hab ich dann noch was vom hübsch??

Sie lasen das Wort zum Sonntag …

 

 

*Wenn noch jemand Lese-/Linktipps hat – her damit.