Monat: August 2015

Platzverteilung

Gna, was willst du? Wasn? Dein Platz? DEIN Platz? A-hahahaha. Du darfst mir gerne Gesellschaft leisten, musst du halt im Stehen stricken oder den Stuhl an der Nähmaschine nehmen. Ich steh hier nicht auf.

Kreise1

Geh weg! Störe meine Kreise nicht!

Kreise2

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My 2 Cents

Dafür, genau dafür liebe ich Bloggerhausen:

Textile Geschichten

Frau Frauchen

Vorspeisenplatte

Ringelmiez

Die Kuchenbäckerin

Buchstäblich

Querdenkmal

Secs Plaudereien

Und noch viele, viele andere. Ich lese und lese, folge einem Link nach dem anderen und bin froh, dass andere alles so viel besser ausdrücken können als ich es kann, es auch tun und mich mit Argumenten und Fakten füttern.

Ich halte mich selbst nämlich nun nicht gerade für einen politisch wissenden Menschen. Kommt das Thema in der Familienrunde auf die Politik, habe ich ganz schnell das Gefühl, dass es über Stammtischgeschwätz nicht weit hinausgeht. Was mein Schwiegervater einmal nach einer entsprechenden Bemerkung meinerseits vehement bis wütend bestritt, und tatsächlich ist sein (kommunal-) politischer Horizont doch ziemlich groß und auch nach seiner aktiven Zeit hat sein Wort noch einiges an Gewicht in der Kleinstadt. Trotzdem empfinde ich es immer als recht seichtes Fahrwasser.

Ich habe längst aufgehört, an die Politik zu glauben und auf sie zu vertrauen. Weshalb nochmal werden Politiker nicht nach Leistung und Ergebnissen bezahlt? Nach Wissen und Einsatz? Sollten nicht genau die daran gemessen werden, wie weit sie diese Verantwortung auch übernehmen? Mit ihrem Statement gestern hat sich Frau Merkel doch nur wieder geschickt durchlaviert. Was sind schon ein paar warme Worte? Sie sagt, was der geneigte Nachrichtenkonsument hören will, und gut ist. Wenn Staubsaugervertreter Staubsauger verkaufen, was verkaufen dann Volksvertreter? Genau – und zwar für dumm.

Was ich aber weiß, ist, dass mich das Tagesgeschehen um die Flüchtlinge nicht kalt lässt. Für mich gilt immer noch buchstäblich „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Nun habe ich keine Fluchtgeschichte meiner Altvorderen vorzuweisen, ebensowenig persönliche Erfahrungen mit Flüchtlingen oder entsprechenden Unterkünften. Ich kann kein entsprechendes Hintergrundwissen bieten. Aber: Ich kann aufstehen und meine Meinung gegen braune Gesinnung kundtun. Ich kann mir die von anderen Bloggern veröffentlichten Artikel und Links durchlesen, um den Horizont zu erweitern. Ich kann dagegen anreden, wenn ich rassistische und abwertende und diskriminierende Äußerungen höre. Ich kann entsprechende Aktionen unterstützen. Ich kann die Augen und die Ohren offenhalten und vielleicht vor Ort aktiv werden.

Ich kann auch Geld spenden. Doch das hat für mich immer auch ein „Gschmäckle“, es fühlt sich für mich an wie freikaufen. Ich gebe euch Geld, dann bin ich aus der Sache raus. Das ist mir zu einfach, obwohl natürlich gerade Geldspenden dringend gebraucht werden. Das Geld kann eben wesentlich sinnvoller in wirklich notwendige Gegenstände investiert werden, als Sachspenden sinnvoll sind. (Die Leute geben bitte WAS alles für Klamotten ab??? Ich fass es nicht!)

Tatsache ist: Ich lebe in einem großen Haus (noch nicht mal durch eigenen Verdienst), ich habe funktionierende Wasser- und Stromleitungen, eine funktionierende Küche, Lebensmittel und Kleidung in den Schränken, ich kann einkaufen gehen, ich kann arbeiten gehen, meine Rechnungen bezahlen, ein Haustier haben, einfach so auf der Straße spazieren gehen, ich könnte verreisen, das Internet leerlesen, fernsehen, Informationen bekommen, ich darf laut meine Meinung sagen (sogar hier in meinem kleinen Blog), ich muss nicht hungern, frieren oder auf der Straße leben – mir geht es verdammt gut, und das einfach nur, weil ich zufällig in diesem Land und mit weißer Haut zur Welt gekommen bin!

Und genau dieser Gegensatz macht mir zu schaffen: Ich bin privilegiert  – was habe ich persönlich dazu beigetragen? Dort sind Menschen, die dringend Hilfe brauchen und auch keine Schuld an ihrer Situation haben. Allein schon die Mitmenschlichkeit gebietet es, hier zu helfen und wenigstens für menschenwürdige Zustände zu sorgen, diese Menschen vor Übergriffen zu schützen und sie in ihrer Lage nicht allein zu lassen. Und was passiert? Wieder einmal müssen die kleinen Leute selbst aktiv werden, leisten die Ehrenamtlichen Unglaubliches, werden Initiativen ins Leben gerufen, private Aktionen organisiert. Soviel dann zur Merkelschen „Mündigkeit der Bürger“. Hmpf.

My 2 Cents.

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UFO – Tischläufer rosenholz

Tjaja, die UFOs …. die hat wohl jeder, der irgendetwas selber macht, im Schrank. UnFertige Objekte. Bei mir etliche Nähsachen und ein fast fertig gestrickter Pullover, bei dem ich ums Verr partout den Halsausschnitt nicht hinbekomme.

Aber dieser Tischläufer ist jetzt endlich fertig, nachdem sein Vorgänger ja doch schon ein gutes Dreivierteljahr alt ist. Same procedure:

Maße: ca. 130 x 50 cm
Stoffe: Butinette, Wertingen
Vorlage: Eigenentwurf (aka Freestyle)

LäuferRosenholz LäuferRosenholz2

Diesmal sogar mit Wendeöffnung. Nur das mit dem gerade schneiden und gerade nähen – das üben wir aber noch!!
(Und ja, drüberbügeln hätte ich vor dem Fotografieren auch nochmal können.)

Ähm, der Fleck ist übrigens nicht auf dem Tisch, sondern leider auf der Kameralinse! *gna*

 

So viel dann dazu

Tja, was ist denn in den letzten Wochen und Monaten eigentlich mit meinen Selbermachen-, Minimalismus- und Nachhaltigkeits-Ambitionen passiert? Oh je, da ist doch einiges verschütt gegangen. Das einzige, was noch wacker durchhält, ist die Weigerung, Dinge zu kaufen, die nicht allerunbedingtestens gebraucht werden. Aber sonst?

Der Esszimmertisch mit sechs Stühlen vom „Duftkerzenladen, der auch Möbel verkauft“ – acht Riesenkartons, die Einzelteile schön in Plastik verpackt.*

Das Vertiko, das ich unbedingt haben musste – zwei Riesenkartons.

Die unzähligen Kleinteile aus dem Baumarkt: Immer hübsch mit Plastikverpackung. Oder haben Sie schon einmal Klebehaken lose bekommen? – Nur so als Beispiel.

Diverse Bestellungen im Internetz: Plastik, Füllmaterial und Kartons. (Wozu um Himmels Willen muss man Bücher einschweißen??)

Und auch für den Wocheneinkauf hatte die Großstadt so ihre Vorteile: Wochenmarkt, Bioladen, alles in nächster Nähe. Da ist die Situation im 9.000-Seelen-Ort doch erheblich bescheidener. Zumal hier noch die althergebrachte Sitte gepflegt wird, mittags zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr  bzw. am Mittwoch Nachmittag die Läden zu schließen. Kann man sich darauf einrichten, ja – muss man aber erstmal verinnerlichen.

Die Nachhaltigkeits-Bilanz fällt also ganz schön schäbig aus. Zum Selbermachen komme ich zur Zeit auch nicht so recht (zählt Möbelaufbauen dazu?). Und statt dass der Besitz weniger wird, wird er aktuell immer mehr. Ich habe das Gefühl, noch nie so viel Müll produziert zu haben wie in den letzten Monaten.

Ach ja, noch so ein Punkt:
Blödes, bescheuertes Durcheinander! Die Abstellkammer sperre ich jetzt regelmäßig zu, damit kein Gast versehentlich da reinrennt. Stapelt man Dinge aufeinander und rennt dann dagegen, haben diese Dinge die Tendenz, der Schwerkraft zu folgen und – naja, Sie haben jetzt eh ein Bild im Kopf. Je mehr Platz man hat, desto mehr Orte gibt es auch, an denen sich Kleinkram aufhalten kann. Warum zum Beispiel liegen die 8er-Dübel nicht brav bei den ganzen anderen Dübel-Packungen im Keller, sondern einsam und allein in der Abstellkammer? Und wir hatten doch mal so viel Kleber?

Aufräumen, ja ja! Allerdings nicht bei 40 Grad Außentemperatur. Immerhin haben im Keller endlich der Gartensach- und der Putzsach-Schrank ihre Plätze gefunden. (Mission für den Mann Mit Hut: Sollte ich dringendundunbedingt neue Putztücher kaufen wollen, möge er mich bitte dezent in den Allerwertesten … Im Ernst, ich habe da eine Zeitlang echt gehamstert. Aber JETZT ist GENUG VORRAT DA! – Wenn er denn mal an einer Stelle zusammen ist. Außerdem ist die Wohnung das Haus ja noch nicht geputzt, nur weil der Putzlappenstapel schön anzuschauen ist!)

Wie kann sich Hab und Gut so ausbreiten? Oder andersherum: Wie hat das alles vorher in eine 70 qm-Wohnung gepasst??

Jetzt ist es ja nicht so, dass wir im größten Chaos hausen. Eine gewisse Grundordnung ist vorhanden, und nach wie vor gilt die Maxime: Alles gleich dahin zurück, wo es herkommt. Wir können Besuch ins Haus lassen, ohne dass ich in Panik oder Schamesröte ausbreche. Mich nervt das latente Unaufgeräumte, das Unfertige, das Provisorische. Das Nix-hat-seinen-festen-endgültigen-Platz. Das Unwohnliche.

*seufz*

By the way: Braucht jemand Inbus-Schlüssel? Ich habe jetzt MASSEN davon. Muss da echt in jeder Packung dasselbe Werkzeug dabei sein??

Hoppla! Ein Hä?-Moment*

Wenn man morgens die Rollläden hochzieht, dann erwartet man doch, das Draußen so vorzufinden, wie man es am Abend zuvor zurückgelassen hat!

Heute früh gucke ich raus und was guckt zurück?

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Herbst2

Herbst? Jetzt schon? Ernsthaft??
Ich hoffe doch sehr, dass der große Baum im Nachbargarten seine Blätter durch die Gegend wirft, weil es ihm zu trocken ist. Und nicht, weil jemand heute Nacht die Jahreszeit verstellt hat!

(Den Zustand des Rasens Grüns möchten Sie bitte übersehen. Der ist nicht schön, aber eben auch kurzfristig nicht zu ändern …)

 

* Das heißt nicht „hä?“, sondern „Wie bitte?“ – schon klar, aber nicht morgens um halb sechs. Sprachausgabe-Subroutinen und so.

Neues aus Surrealien

Nachts um zwei Uhr vom Keller bis zum Dachgeschoss eine Runde durchs Haus drehen, weil draußen das Unwetter tobt und man besser den Pegelstand auf dem Balkon prüft (ging noch), guckt, ob Wasser an Stellen ins Haus kommt, wo das nicht vorgesehen ist (nein, diesmal nicht), und das verschreckte Katz beruhigt (im hintersten Winkel im Keller). Dabei feststellen, dass „Halbschlaf“ und „viele Treppenstufen“ keine gute Kombination sind (*stolper*). Und noch mit einer Ecke im Gehirn in dem vorher Geträumten festhängen. Da darf man dann schon mal skurril weiterträumen!

Es beginnt mit dem Marsch einer Musikkapelle durch den Ort, aber sie ist schon fast am Ziel und löst sich auf. Das einzige, was stimmt, ist der Eingang zu meinem Büro, beim restlichen Haus hat sich die Dimension verschoben, es ist anders gebaut als in der Realität. Es hat Eingänge und Unterstände, wo keine sind …
Szenenwechsel. Eine kleine Arena, wie von einem dieser Wanderzirkusse. Eine Frau hat einen Auftritt und singt ein wunderschönes Lied (französischer Text?). Ich bewundere ihr hinreißendes hellrotes Kleid. Der Traum ist so klar, dass ich, als  sie mit ihrer Hand über ihre Hüften fährt, jede Einzelheit dieser Hand sehen kann. Der Traum sagt mir auch „Thema 50er Jahre“, obwohl das Kleid da nicht wirklich hinpasst.
Anschließend fahren Menschen auf Motorrädern im Kreis. Auf jedem Motorrad ein Pärchen, das eine anderen Stil repräsentiert. Ich sehe einen ausladenden Petticoat und frage mich, wie sie damit auf dem Motorrad sitzen kann … Das Rocker- und das Popperpärchen mögen sich nicht und pöbeln sich gegenseitig an. Und dann machen sie doch noch irgendeinen Deal aus.
Szenenwechsel. Ich bin wieder zuhause. Ich sitze am Esstisch und versuche, mich an alle Einzelheiten des Traumes zu erinnern. Auch hier ist die Dimension verschoben, eine Wand ist weiter nach außen gerückt und es stehen Möbel, wo in der Realität keine Platz haben. Aber der Esstisch stimmt. Ich sehe mich Notizen zum Blogeintrag machen, schreibe Stichwörter auf und streiche sie wieder durch, weil sie nicht so treffend sind. Ich darf nichts vergessen, wäre schade. Besonders das Kleid der Sängerin bleibt mir nachhaltig im Gedächtnis, und in dem im Traum verfassten Text dazu frage ich die werte Frau Kaltmamsell um Rat (Nehmen Sie es bitte als Kompliment!) Mein Schwiegervater drückt mir einige Zettel in die Hand, die wie Kassenzettel aussehen (diese alten Kassenzettel, die noch mit Farbband auf richtiges Papier gedruckt sind, Sie wissen?). Es geht um mein Handy, für das ein Update notwendig ist. Ich habe aber noch 22,43 EUR (ich sage ja, sehr detailreich …) drauf, die ich noch verbrauchen muss, bevor das 29,- EUR-Update greift …
Und während ich das alles so vor mich hinträume – und zwar definititv im Tiefschlaf! -, macht sich ein Teil meines Bewusstseins bereits Gedanken, wie das jetzt alles am besten aufzuschreiben wäre.

 

Ich träumte, dass ich träumte, dass ich im Traum erwachte,
Ich sah mich dort liegen, wie ich schlief.
Ich träumte, ich erwachte aus dem Traum, als ich erwachte,
Ich sah mich dort liegen, wie ich schlief.
(Saltatio Mortis – Traumreise)

Orrrr, ich brauch noch nen Kaffee! Ist ja nicht auszuhalten!