Monat: Oktober 2015

Mickyleben

Zum Glück ist die ganze Aufregung von der Anfangszeit inzwischen vorbei. Ich glaube, ich fange langsam damit an, mich wohlzufühlen. Sogar mein ganzes Bauchfell ist schon nachgewachsen. Hab ich Euch gar nicht erzählt, ne? Ja ja, ich hatte mir doch im Tierheim vor lauter Stress und Kummer das ganze Bauchfell weggeleckt gehabt, ganz nackelig war mein Bauch gewesen. Jetzt ist da aber nix mehr nackelig!

Die Zweibeiner habe ich auch schon ganz gut im Griff. Nur manchmal sind die schon arg schwer von Begriff, dann muss ich eben fünfmal ganz langsam und deutlich sagen (wer ist hier eigentlich der Senior im Haus, die oder ich?), was ich jetzt will. Aber irgendwann kapieren sie es dann schon.

Ab und zu lasse ich mich sogar schon soweit gehen, dass ich mich auf dem Sofa an einen von den beiden ankuschel. Oder – Mon Dieu – sogar mit unter die Decke kuschele. Das ist aber auch was gemütlich.

Wenn’s allerdings irgendwo kracht und scheppert, dann muss ich panisch wegsausen. Und der Staubsauger ist und bleibt mein Todfeind. Und die Nachbarshunde. Wenn ich dann schon mal im Garten bin und die ankommen, dann flüchte ich lieber nach drinnen. Das AnnJ sabbelt dann zwar immer was von „Zaun dazwischen“ – nee, ich geh lieber auf Nummer sicher.

Aber sonst bin ich mittlerweile ganz entspannt, zum Glück.

Guckt mal:

Micky5

Micky6

 

Was habe ich Ihnen beigebracht?

Na? Wie oft habe ich Ihnen schon gesagt, Sie sollen mich vom Baumarkt fernhalten? Hm? Sie dürfen mich doch nicht so unkontrolliert in einen Baumarkt lassen! Das hamwa nun davon – Arbeit!

Man nehme also einen handelsüblichen Baumarkt, eine vom Büroumbau noch übriggebliebene Rigipsplatte und eine im Kopf geisternde Idee. Auf die Platte ein passendes Raster (hier 4 x 5 cm) gezeichnet und mindestens zweimal korrigiert. Anschließend greife man beherzt zum Akkubohrer – aber möglichst nicht die Unterlage mit anbohren!

Brett1

Ganz schön viele Löcher … Es folgt die einheitliche Farbgebung:

Brett2

Naja, einheitlich – hmpf. *Seufz* Joker gezogen: Gehe nochmals in den Baumarkt, kaufe mehr Farbe! (Also echt, so eine kleine Platte und dann reicht die Farbe nicht *ichfassesnicht*)

So, Farbe trocken und einigermaßen gleichmäßig. Ran an die Schraubenpackungen. Und jetzt alle: SCHRAUBEN DREHN – MUTTERN ZIEHN! Immer schön Schraube, Unterlegscheibe, Mutter, eine Reihe groß, eine Reihe klein. Sieht noch schief und krumm aus, aber die Muttern sind ja auch noch nicht fixfest (was GUT ist, wie wir noch feststellen werden).
Das ist übrigens eine wundervolle und sehr meditative Arbeit für einen Sonntagmorgen, wenn Sie wegen der Zeitumstellung eh hellwach sind.

Brett3

So, Testschrauben alle, der Plan ist gut, das Material teilweise suboptimal. Aber dafür sinds ja Testschrauben. Es folgt der Einwurf vom MannMitHut: Das passt toll, quer aufgehängt. Ähm – quer? Ich hatte hochkant im Kopf, so hab ich ja auch geschraubt! Aber – quer, quer – quer wäre ja doch besser!

Also umschrauben – Schrauben drehn, Muttern ziehn! MannMitHut: Warum denn umschrauben, daneben oder darunter ist doch egal? AnnJ: Nein, isses nicht! Ich will darunter! Weil!

Das Konstrukt ist inzwischen im Testeinsatz und mein kleines Selbermacherherz hüpft ein bisschen. Ich liebe es halt, wenn ein Plan funktioniert. Es wird eine gute Zeitlang ein Provisorium bleiben, denn bis es an den endgültigen Platz kann, muss a) eine Küche umgebaut sein, b) der Küchentisch wieder in der Küche stehen und c) für den Küchentisch der vorgesehene Tisch da sein.
Davon gibts leider kein Foto, weil da war’s dann schon dunkel.

So, Preisfrage ans Pumuckelikum Publikum: Was bitteschön wird das, wenns fertig ist?
Einfache Bonusfrage: Schrauben drehn, Muttern ziehn ist aus welchem Film? Na?

Balkongedanken (4) – Vom Alter

Nunja, inzwischen eher Sofagedanken – ist ja schon frisch geworden da draußen. Nix mehr mit gemütlich in der warmen Abendsonne sitzen, den weltbesten Lynchburg in der Hand und Gedanken denken. Jetzt eben Sofa, Kuscheldecke, Strickzeug und Gedanken denken. (Kaffee und Katz nicht zu vergessen!)

Weil, da lese ich so quer durch den Bloggergarten, mache mir diese und jene Gedanken dazu, nicke im Geiste oder schüttel den Kopf, erinnere mich an die zuletzt beantworteten Fragen, dann kommen ganz viele Gedanken auf einmal und alle wollen gleichzeitig gedacht werden. Gedankenknäuel. Verheddert. Wie die beiden Wollknäuel vom Strickzeug in der Hand. (Außerdem vor lauter Denken schon wieder verstrickelt, hmpf!)

Erkenntnis 1: Jeder will alt werden, aber keiner will alt sein. Auch die Alten nicht.
Erkenntnis 2: Alt werden ist nichts für Feiglinge!

Ach, rümpft ihr mal schön die Nase über alte Menschen. Die passen ja auch so gar nicht in unsere heile Hochglanzbilder-Scheinwelt, ne? Raffen die moderne Technik nicht, erzählen immer dieselben alten Geschichten, sind langsam, tüddelig, überfordert. Und wie die aussehen – olle Klamotten, Falten, Runzeln, der Schwerkraft folgende Körperteile!

Aber in der kurzen Zeit, die ich bis jetzt ehrenamtlich auf einer geriatrischen Krankenstation zugebracht habe, ist mir mehr Dankbarkeit, Lebensklugheit, Wissen, Humor und Interesse begegnet als in den letzten Jahren zusammen. Kleine Beispiele: Die 90jährige Dame (anders kann ich sie nicht bezeichnen), die in kurzen Episoden von einem Wahnsinns-Leben berichtet. Eine weitere 90jährige, die sich nur freut, dass ich ihr Zeit widme. Ein 85jähriger, der vor Dankbarkeit Pipi inne Augen hat, weil er einfach in Ruhe und ohne Hektik sein Brot aufessen kann.

Verdammt Zum Donnerdrummel, jeder Mensch hat das Recht, in Würde alt zu werden und alt zu sein. Die Zeichen seines Alters zu zeigen und damit nach seinen Möglichkeiten zu leben.

Bedenken Sie: Werden Sie auch einmal alt? Wenn ja, wie sind Sie dann beieinander? Wollen Sie sich dann Vorschriften machen lassen, was Sie zu tun und zu lassen haben? Oder werden Sie nicht alt, gehen frühzeitig, dafür in Schönheit und/oder Unversehrtheit? Und weroderwas bestimmt das?

Und was passiert eigentlich mit mir, sollte ich mal alt werden? Das war ja dieses Jahr wohl mein letzter bzw. mein vorletzter Umzug im Leben … Und die Schwiegers? Was passiert denn mit denen, wenn die nicht mehr sie selbst sind? Der SchwieVa ist doch Zeit seines Lebens mit Rührei machen schon überfordert – wenn der allein wäre *umHimmelsheiligerWillen* … Haben die das eigentlich irgendwie geregelt?

Andererseits: Ist unsere heutige hohe Lebenserwartung überhaupt sinnvoll? Vielleicht regelt sich DAS aber auch von selber wieder, dank der Unabsehbarkeit der Dinge, die die Menscheit so ersonnen hat.

Und weil sich die Gedankenspirale weiterdreht von diesem Thema zum nächsten, sind weitere Balkongedanken notwendig.

 

 

Büroorganisation

Inspiriert von Frau Novemberregen und Herrn Wortmischer dachte ich mir: „Moment, wir hatten doch früher im Büro auch so eine geniale Lösung …“

Also, genial war sie genau für unser Sekretariat gewesen. Denn ich arbeitete Vollzeit, meine Kollegin war aber nur halbtags da. Das hieß, sie bekam nicht mit, was sich am Nachmittag noch alles im Büro abspielte, was neu hereinkam, an ToDos auflief und welche Infos uns erreichten. Das war nicht schlimm, so lange ich am nächsten Tag zur gewohnten Zeit im Büro war und sie über alles ins Bild setzen konnte. Aber wenn das einmal nicht der Fall war (U-Bahn! Arzt! Krank! Wasauchimmer!) – dann stand sie blöd da, und das war für uns beide unbefriedigend!

Typische Situation: 8.15 Uhr, *Telefongebimmel* *Meldespruch* „Ja, guten Morgen, Soundso mein Name, ich warte doch so dringend auf meinen Bericht, wo bleibt der denn?!?!“ Es beginnt hektisches Kramen in den Akten oder Herumfragen, am besten noch in Mantel und Mütze (weil man noch nicht mal zum Ausziehen kam), um die gewünschte Info zu liefern. Oder im schlechtesten Fall gar keine Auskunft geben zu können.

Blöd. Nicht unser Stil. Dienstleister-Gedanke und so. Wie stehen wir denn da?

Unsere Lösung war – ja, blödes Wort dafür – unser Superbuch. In unserem Fall eines von M*l*sk*ne, das auf der linken Seite den Kalender (7 Wochentage auf einem Blatt) und rechts eine linierte Seite hatte.
Diese linierte Seite teilten wir in zwei Spalten, „offen“ und „erledigt“. Links konnten wir fantastisch die Termine unterbringen (soooo viele hatten wir nicht). Unter „offen“ kam alles, was in dieser Woche zu erledigen war, soweit wir das schon wussten. Und bei „erledigt“ fand sich alles, was schon getan war: Was zum Beispiel in die Post gegegangen war, wer Angebote, E-Mails und Sonstiges bekommen hatte, dass der Getränkelieferdienst informiert war und – ganz wichtig – die Bitte vom Chef wie „Halten Sie mir den und den bis dann und dann vom Leib, ich brauch selber erst Input!“. Wir schrieben es auch da hinein, wenn wir irgendwelche Infos von außen zugetragen bekamen (Zuschüsse gibts dannunddann wieder, der ist bis dannunddann im Urlaub) – und mehr als einmal haben uns unsere detaillierten Notizen den Tag gerettet. („Wann wussten wir denn vondiesemundjenem?“ Lies: Sind wir schuld oder andere?)

Auch herrenlose Klebezettel kamen in dieses Buch. Und alles, was in der einen Woche nicht erledigt wurde, wurde in die nächste Woche übertragen.

Das hört sich jetzt ziemlich aufwendig an – war es aber in der Praxis gar nicht. Es braucht ja nur einige Sekunden, um zum Beispiel unter PA für Postausgang einen Namen zu schreiben.
Es dauerte ein bißchen, bis sich die Routine eingeschliffen hatte, alles gleich in das Buch einzutragen, aber als es lief, war es super. Alles steht an einem Ort, und wenn morgens um 8.00 Uhr schon das Telefon klingelte, genügte ein Blick, um zu wissen, dass der Bericht gestern rausging oder warum er eben noch nicht rausging. Kolleginnen zufrieden, Kunde zufrieden, Chef zufrieden. So wollten wir das.

Ich bin auch heute noch eine Verfechterin von „ein Ort für alles“, also darf mein Kalender gern viel Platz für Notizen haben. Nur in Ausnahmefällen schreibe ich eine Notiz ins Handy oder mache ein Foto von etwas.

 

 

Herbstessen

Na, was gab’s zu essen?

Linsen1

Richtig, Linseneintopf. Was fehlt also noch?

Genau:

Linsen2

Töften! Oder Toffeln, oder Erpfl – jedenfalls reichlich davon.

Optisch nicht gerade der Hit, aber ein wirklich leckeres Herbstessen:

Linsen3

Und was gab’s als Vorspeise?

EINGERANNTES HIRN!
Himmel, Gesäß und Nähgarn*, dämliche Dunstabzugshaube, dämliche!

 

* Die vornehme Version. Die derbe Version – die ich in diesem Moment des Schmerzes dann auch verwende – kennen Sie ja eh.

Früher war alles besser

Nein! Früher war NICHT alles besser. Aber MANCHES war früher GUT!
(Um einmal den geschätzten Herrn Jochen Malmsheimer zu zitieren.)

ZUM BEISPIEL gab es früher keine Laubbläser! Früher wurde das Laub noch mit einem Besen und einem Rechen zusammengefegt, Laubbläser waren noch nicht erfunden! Diese dauerdröhnenden, luftverpestenden, nichtsnutzigen Spielzeuge mit dickem Rohr vornedran scheinen von Männern mindestens als Seelenverwandte angesehen zu werden (Haben Sie schon mal Frauen mit Laubbläsern hantieren sehen? Eben!). Oder dient’s der Kompensation gewisser körperlicher Unzulänglichkeiten?

*schimpfend ab, bevor ich mich in einen Satz versteige, aus dem ich nicht mehr ohne Hilfe rauskomm*