Gedankengänge

Eine lange, lose Sammlung von Gedankengängen … sorry for that, mir schwirrt’s grad.

Es ist wohl wieder Dezember, wenn sich der Anfang eines bestimmten Liedes in meinem Kopf festsetzt. Nemesis. Nicht mehr ganz so schlimm wie in den letzten Jahren, ich bin ja auch 400 km vom Ort des Geschehens weg und ziemlich beschäftigt. Oder kommt das noch?

Seufz. Weihnachten doch nicht mit meiner eigenen Küche. Die lagert halt immer noch im Keller. Weil es nämlich mit „einfach mal aufstellen“ nicht getan ist. Wenn ich DA anfange, dann: *erst muss die linke Seite raus, dann muss die Wand verputzt und gestrichen werden, dann soll der Kühlschrank dahin, aber vorher muss der Fußboden neu, unterm Fenster müssen die Fliesen ab, Fliesenmörtel abmachen, auch neu verputzen, wenn die andere Seite rauskommt, wohin stell ich den ganzen Krams eigentlich, und ausräumen ist ja ganz vorher auch noch dran, also bei der anderen Seite müssen erst die Fliesen geschrubbt und dann überklebt werden – halt ne, vorher die Fugen weißen, dann Wand streichen, die Decke muss auch gestrichen …, welche Farbe überhaupt, dann Fußboden komplett, welche Fußbodenfliesen eigentlich …, ach so, wir brauchen einen neuen Unterschrank, das Küchenprogramm gibts nicht mehr, Türe zum Möbelhaus mitnehmen, was ähnliches ordern, wie breit kann der neue Unterschrank eigentlich sein, wie krieg ich eine 3 m Arbeitsplatte transportiert, und krieg ich unsere Freunde für den End-Einbau organisiert?*
Ja, mir ist jetzt auch schwindelig. Und das ist nur-die-Küche!

Trotzdem werden weiter Plätzchen gebacken! Mitleidige Blicke und tröstendes *oooooochpattpatt* vom MannMitHut, wenn ich mir ständig das Hirn – ach, Sie wissen schon. Sie können mein Genörgel über die Dunstabzugshaube eh schon mitsingen.

War das tatsächlich früher auch schon so? Ich habe es nie so extrem mitbekommen. (Klein-AnnJ dagegen hatte dringende Empfehlung aufs Gymnasium und durfte nicht. Weil das kleine Mädchen nun mal nicht schlauer als die Eltern oder die Brüder zu sein hat. Für die hat die Hauptschule doch auch gereicht. Unbekanntes Terrain, wo kämen wir denn da hin. Und was sollen die Leute sagen.) Dazu passt dann auch die kürzlich gesehene Doku über Handwerksbetriebe und ihre verzweifelte Suche nach Auszubildenden. Auch da kam zur Sprache, dass es unter einem Realschulabschluss gar nicht mehr geht. Andererseits läge auch sehr viel in der Person desjenigen, der gerne eine Lehrstelle hätte. Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit, chillige Einstellung – das ist alles nicht im Schulabschluss begründet. Und: Handwerksberuf – ist doch voll uncool! (Oh wie sehr ich das gerade NICHT finde!)
Und eine der jüngeren 37 Grad-Dokus im Zweiten – eine Elfjährige mit dem straffen Zeitplan einer Managerin? Hallo, gehts noch? Ich verstehe auch, dass Eltern das beste für ihre Kinder wollen. Wie würde ich denn als Elter handeln, so ich eins wäre?

Ach ja, da waren doch mal einige Blogposts im Entwürfe-Ordner …

Pläne sind eh für den Allerwertesten – also gab es halt nur ein Familien-Atzventz-Kaffee und Kuchen.
DA reichen dann auch die Tasssen und Teller, und ich muss mir nicht für 7 Leute und 3/7 Mäkelesser ein Abendessen ausdenken. Aber einmal im Jahr ist auch genug, ich bin heute noch fix und alle.
Und kurz vor dem Landeanflug der Familie noch feststellen, dass a) keine Tischdecke groß genug ist und b) die verd**en Kuchengabeln nicht reichen! Zum Glück habe ich den MannMitHut, der dann schon mal ordnend eingreift und „alles wird gut“ sagt.

Adventsputz ist auch noch nicht durch! Die FENSTER! Die FUSSBÖDEN! Die SCHRÄNKE!
Dabei wollte ich doch eigentlich Weihnachten ausfallen lassen! (Außer die Plätzchen. Plätzchen müssen sein!) Ich bin doch diejenige, die sich immer darüber mokiert, dass die Menschheit Weihnachten exzessiv zelebriert, es aber mit der Religion so gar nicht hat? Immer wieder schön: „Was sollen wir dir denn zu Weihnachten schenken?  – Nix! – Wie nix?! – Ihr wisst doch, dass ich kein Weihnachten feier? Keine Kirche, keine Religion, keine Weihnachtsgeschenke, ganz einfach. Ich freue mich, wenn wir Zeit miteinander verbringen! – Ähm, öhm, achso, aber ein bißchen was? – KEIN PLASTIK und kein Verpackungsmüll! Damn!“ Wobei ich das letzte Wort dann nur in Gedanken spreche.

Wann habe ich eigentlich mein Nähzimmer zuletzt von innen gesehen außer zum Bügeln?
BÜGELN? Ach Mist, die WÄSCHE!

Und komme ich auch mal mit der ToDo-Liste für die Arbeit zu Potte?

In die alte Heimat müssen ein paar Weihnachtspäckchen los! Vorher aber noch den Päckcheninhalt besorgen (zum Glück ist die Frage nach dem Was schon beantwortet)!

Der Garten muss auch noch gepflegt und gehätschelt werden – bevor Schnee liegt! (Ich hätte doch nochmal Rasen mähen sollen …)

Und das Thema ist auch noch so eins. Hier bin ich für fundierten Input ja sehr dankbar, aber den Feedreader nachlesen und das Hintergrundwissen zu einer eigenen Meinung zimmern …

Dann ist da noch die Sache mit dem Geld. Also, mit dem Geld, das nächstes Jahr so ausgegeben werden muss. Und der – ich hasse dieses Wort – Budgetplanung dazu. Aber wenn ich das nicht alles aufschreibe, dann kommen die Zahlungen immer so überraschend. Also hinsetzen, planen. Und mit dem Geld ein bisschen aufmerksamer umgehen. So schön es ist, dass der MannMitHut dann bald HausBaustellenbesitzer ist, aber so ein Haus ist etwas anderes als eine Mietwohnung. Anderseits: Äh? Eigenheim? Ich? Kommt mir immer noch unwirklich vor. Aber: Besitz verpflichtet.
Heute dafür – zugegeben sehr liebenswürdige und kompetente – Telefonate geführt, damit wir nicht doch plötzlich ohne Strom und ohne Heizung dasitzen.

Und ich wundere mich, dass ich nachts um drei wach und grübelnd im Bett liege …

 

 

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4 Kommentare

  1. Und das Thema ist auch noch so eins. Hier bin ich für fundierten Input ja sehr dankbar, aber den Feedreader nachlesen und das Hintergrundwissen zu einer eigenen Meinung zimmern …

    ???
    Woraus sollte man sich denn seine eigene Meinung zimmern, wenn nicht aus aktuellen Meldungen und historischem Hintergrundwissen?

  2. Ach, werter Querdenkmaler, es scheitert doch an der zu wenigen Zeit, alle Links und Artikel zu verfolgen und durchzulesen … Da muss ich dann auch die entsprechende Muße mitbringen, um das Gelesene auch einordnen zu können.

  3. Zum Thema Gymnasium: Junior II hatte damals auch eine Empfehlung von der Grundschule. Der Vater war dagegen. Ich würde das Kind überfordern und nur an mich denken, weil ich dann gut dastünde. WTF?
    Ich hatte mir jedenfalls einen Beratungstermin geben lassen und bin zu beiden Lehrerinnen gegangen, die die unbedingte Empfehlung ausgesprochen hatten: „Er ist ein so geistiges Kind, er gehört da hin!“ Und dieses Kind wollte es auch, also hab ich gesagt „OK, warum nicht?“
    Nach drei Jahren konnte und wollte er dann nicht mehr (mit einer Ehrenrunde) und ich hab gesagt: „OK, aber du hast es versucht.“ Dann ging er runter auf die Realschule, schloss dort gut ab und war glücklich. Und wenn er glücklich ist, bin ich es auch 🙂

    1. Eben, es sollte ja dem Kind was bringen, nicht den Eltern oder sonstwem. Wenn das Kind am Gymnasium überfordert ist oder sich nicht wohlfühlt und die geforderte Leistung einfach nicht bringen KANN – die miesen Noten sind eben auch nicht schön. Klar gibt es Kinder, die der Sprung zum Gymnasium motiviert, und es gibt Kinder, die unterwegs feststellen, dass es nicht das ihre ist.
      Aber dass das Gymnasium inzwischen das Alleinseligmachende sein soll, irritiert mich schon sehr.

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