Monat: Januar 2016

Nachtrag – Fortsetzung

zum letzten Post. Nicht, dass Sie jetzt den Eindruck haben, hier tobt das Chaos.
Es kann durchaus unangekündigt Besuch kommen, ohne dass ich in Panik gerate. Die Grundordnung ist schon da. Ich möchte ja auch nicht in einem Museum leben, sondern in einer Wohnung, außerdem habe ich keinen Putzfimmel.
Was mich kirre macht ist, dass ich seit Monaten (ich schrob ja schon mal im August davon) keine Routine hineinbringe. So wie ich zum Beispiel seit über 20 Jahren jeden Morgen das Bett mache. Das Bett wird gemacht, egal wie – ich will abends nicht in ein zerwühltes und ungelüftetes Bett steigen. Oder wie ich jeden Abend den Kaffee für den nächsten Morgen aufsetze, damit ich im Halbschlaf nur „klick“ machen muss. Funktioniert doch auch?
Erschwerend kommt dazu, dass es eben in dieser Jahreszeit ewig dunkel ist. Ich bin ein Tageslichtmensch und arbeite nicht gerne bei künstlichem Licht.
Listen funktionieren bei mir wenig – Listen bedingen, dass man sie auch anguckt, und weder solche nach dem Motto „Montag dies, Dienstag das etc.“ noch „ToDo-Listen“ waren bisher erfolgreich. Irgendwann habe ich dann sechs Listen an fünf verschiedenen Orten, weil mir dauernd irgendetwas in den Kopf schießt und ich das dann aufschreibe. Nein, auch ein Notizheft „immer dabei“ oder das Handy als Notizzettel haben nicht hingehauen. Ich kämpfe ja schon hart darum, das Haushaltsbuch einigermaßen zeitnah zu halten und einen zentralen „Was anliegt“-Ordner zu etablieren.

Trotzdem liebe ich (ToDo-)Listen und andere Helferlein, zum Beispiel die von der Miss Konfetti (früher ordnungsrausch.com). Für die Ordnungsblogs, die ich so lese, könnte ich eine eigene Kategorie hier aufmachen. Das Thema beschäftigt mich eben.

Seltsamerweise klappt die Regel: Alles hat einen Platz und alles hat seinen Platz! erstaunlich gut bei uns. Zumindest, wenn etwas einen festen Platz hat. Wir suchen nie unsere Schlüssel oder Geldbörsen.

Ich werde sehen, ob die zeitliche Umstellung etwas bringt. Immerhin war das heute morgen ein Einstiegserfolg, es steht nur noch ein Mount Everest Bügelwäsche herum, nicht mehr zwei …

 

Läuft. Nicht.

Nicht so ganz und nicht so, wie ich mir das vorstelle.
Als ich diesen Aufruf bei der Brüllmaus gelesen hatte, dachte ich mir „Joah, geh’s an, dann wird das! Frisch ans Wisch! Alla hopp!“ Im Geiste sah ich alle Böden vor mir: Dachgeschoss, Obergeschoss, Erdgeschoss, Keller. „Nee“, dachte ich so, „mach mal besser in einem großen Rutsch durch. Bis das Putzzeug jedesmal hergerichtet und wieder verstaut ist, ist die Motivation weg.“

Nun stehe ich da und will mir das Scheitern nicht gefallen lassen.
Naja, wenigstens einen Teilerfolg kann ich melden – so sauber war der Boden im Dachgeschoss schon lange nicht mehr. Ab da war dann nur noch der Staubsauger unterwegs, aber auch nur bis ins Erdgeschoss, der Keller war schon wieder außen vor.

Ich weiß nicht, warum ich mit diesem Haus nicht so ganz warm werde. Eigentlich fühle ich mich darin schon wohl, so nach und nach immer mehr. Aber ich bekomme keine Struktur und kein Tun in die Pflege und Wohnlichmachung. Das käst mich schon seit einiger Zeit an. Kleines Beispiel: Ich sehe die Kommode im Schlafzimmer, denke „Ist die staubig! Ich muss da drüberwischen!“ und müsste dann zwei Stockwerke tiefer in den Keller an den Putzschrank, um einen Staubfeudel zu holen. Was kein Problem wäre, wenn nicht unterwegs fünf andere zu erledigende Dinge auf sich aufmerksam machen würden. Oder ich gerade nicht die Zeit habe, weil ich los muss. Und dann ist die Sache auch schon wieder aus dem Kopf, bis ich das nächste Mal (oder Tage später) wieder darauf stoße.

Mir ist schon klar, dass ein Haus mit vier Stockwerken (ich rechne den Keller als eigenes Stockwerk, weil er komplett genutzt ist) eine ganz andere Liga ist als eine 70 qm-Etagenwohnung. Es kommt noch dazu, dass wir – nachdem die Zwischenmieter endlich ausgezogen waren – im Expresstempo eingezogen sind. Heißt: Ich habe keine Grundreinigung im leeren Haus gemacht, es wurde keine Tapete abgemacht und keine Wand gestrichen. Zack, Möbel rein und wohnen! Das Haus an sich hat aber schon so viele versteckte Ecken und Winkel, dass man allein da schon eine Woche Putzen investieren könnte.
(Ich vermeide es tunlichst, die Treppenstufen von unten anzugucken! Oder die weißen! Metallstreben im Treppenhaus genauer zu inspizieren!) Jetzt sind die Zimmer natürlich eingerichtet und das Renovieren ist nochmal mehr Aufwand.

Sicher spielt es auch eine Rolle, dass es das Haus der Schwiegers ist. Vieles hier schreit Behäbig! Altbacken! Erdrückend! Erstickend! Staubfänger! Unpraktisch! Vielen Stellen im Haus merkt man auch an, dass sie seit einigen Jahren nicht mehr gepflegt worden sind. Veränderung unerwünscht! – Diese negative Energie zieht sich durch alle Räume. Das raubt meine eigene Energie und macht mich schlapp und träge. Tatsache, sobald ich zur Haustüre reinkomme, merke ich, wie ich den Antrieb verliere. Dabei war ich doch gerade zwei Minuten vorher auf dem Weg noch so voller Pläne.

Energietechnisch ist mir dieser Mechanismus also durchaus bewusst. Das hilft mir aber nicht beim täglichen Kampf. Eigentlich bräuchte ich einen kompletten, ganzen Tag in der Woche nur zum Wohnlichmachen. Das geht aber nicht, und von der begrenzten Zeit mit dem MannMitHut am Wochenende will ich dafür auch nichts hergeben. Endlose Putzlisten sind nur für die Theorie schön (glauben Sie mir, ich kenne ziemlich alles, was im allwissenden Netz verfügbar ist), und auch mein Biorhythmus ist da nicht hilfreich – abends um sechs oder sieben ist einfach Schicht, da reicht es nur noch für Unanstrengendes. Meine Zeit zum Bäume ausreißen ist morgens.

Der neue Plan ist jetzt, erst um neun Uhr im Büro zu sein und die zwei Stunden von sieben bis neun Uhr zu nutzen. Vielleicht kann ich so ein bisschen Land gewinnen und die Unzufriedenheit mit mir selber abstellen.

Wie hat es jemand auf Twitter mal so treffend ausgedrückt?

Exakt!

Ruft den Tierschutzverein!

Hilfe! Ruft den Tierschutzverein! Rettet uns – wir müssen hier elend hungern. Wir werden steeeeeerben! Nix, aber auch gar nix bekommen wir heute früh zu fressen. Hat uns denn niemand mehr lieb? So tut doch was!!

Frau AnnJ, was sagen Sie denn dazu? Wie können Sie nur??

„Ähaberaberaber … Tierarzttermin! Zahnstein wegmachen bei der Micky. Vollnarkose und so – Katze darf nix fressen! Und wenn eine Katze nichts bekommt, kann auch die andere nichts haben.“

Hm, so so. Aber das wird nachgeholt, verstanden?!

„Sobald die Plüschkatze im Korb im Auto ist, versprochen!“

Ich tu das ja echt ungern, aber jetzt ist es wirklich dringend nötig. Die arme Micky – aber die Alternative sind schlechte Zähne und Fressprobleme. Wäh! Na dann, spielen wir wieder mal das Schrödinger-Spiel.

Und immer schön schwurbeln

Zum Einstieg in das neue Jahr ein kleiner Rundumblick in Sachen deutsche Sprache.
Etwas länger, aber ich empfehle es sehr: Der Vortrag von Kai Biermann und Martin Haase bei 32c3.
Passend dazu das entsprechende Blog.

Da lobe ich mir doch die Aussage von selig Helmut Schmidt: „Scheiß Treppe!“ – Einfach, klar, direkt, versteht jeder. (Kleiner Insider, ja, aber nie hat jemand schöner eine Treppe beschimpft.)

Die Sprache verteidigt wird auch hier: Sprachpingel und Floskelwolke. (Lesenswert auch die zugehörigen Twitteraccounts.)

Bald gibts hier dann auch wieder mehr Tiefgang, versprochen!