Läuft. Nicht.

Nicht so ganz und nicht so, wie ich mir das vorstelle.
Als ich diesen Aufruf bei der Brüllmaus gelesen hatte, dachte ich mir „Joah, geh’s an, dann wird das! Frisch ans Wisch! Alla hopp!“ Im Geiste sah ich alle Böden vor mir: Dachgeschoss, Obergeschoss, Erdgeschoss, Keller. „Nee“, dachte ich so, „mach mal besser in einem großen Rutsch durch. Bis das Putzzeug jedesmal hergerichtet und wieder verstaut ist, ist die Motivation weg.“

Nun stehe ich da und will mir das Scheitern nicht gefallen lassen.
Naja, wenigstens einen Teilerfolg kann ich melden – so sauber war der Boden im Dachgeschoss schon lange nicht mehr. Ab da war dann nur noch der Staubsauger unterwegs, aber auch nur bis ins Erdgeschoss, der Keller war schon wieder außen vor.

Ich weiß nicht, warum ich mit diesem Haus nicht so ganz warm werde. Eigentlich fühle ich mich darin schon wohl, so nach und nach immer mehr. Aber ich bekomme keine Struktur und kein Tun in die Pflege und Wohnlichmachung. Das käst mich schon seit einiger Zeit an. Kleines Beispiel: Ich sehe die Kommode im Schlafzimmer, denke „Ist die staubig! Ich muss da drüberwischen!“ und müsste dann zwei Stockwerke tiefer in den Keller an den Putzschrank, um einen Staubfeudel zu holen. Was kein Problem wäre, wenn nicht unterwegs fünf andere zu erledigende Dinge auf sich aufmerksam machen würden. Oder ich gerade nicht die Zeit habe, weil ich los muss. Und dann ist die Sache auch schon wieder aus dem Kopf, bis ich das nächste Mal (oder Tage später) wieder darauf stoße.

Mir ist schon klar, dass ein Haus mit vier Stockwerken (ich rechne den Keller als eigenes Stockwerk, weil er komplett genutzt ist) eine ganz andere Liga ist als eine 70 qm-Etagenwohnung. Es kommt noch dazu, dass wir – nachdem die Zwischenmieter endlich ausgezogen waren – im Expresstempo eingezogen sind. Heißt: Ich habe keine Grundreinigung im leeren Haus gemacht, es wurde keine Tapete abgemacht und keine Wand gestrichen. Zack, Möbel rein und wohnen! Das Haus an sich hat aber schon so viele versteckte Ecken und Winkel, dass man allein da schon eine Woche Putzen investieren könnte.
(Ich vermeide es tunlichst, die Treppenstufen von unten anzugucken! Oder die weißen! Metallstreben im Treppenhaus genauer zu inspizieren!) Jetzt sind die Zimmer natürlich eingerichtet und das Renovieren ist nochmal mehr Aufwand.

Sicher spielt es auch eine Rolle, dass es das Haus der Schwiegers ist. Vieles hier schreit Behäbig! Altbacken! Erdrückend! Erstickend! Staubfänger! Unpraktisch! Vielen Stellen im Haus merkt man auch an, dass sie seit einigen Jahren nicht mehr gepflegt worden sind. Veränderung unerwünscht! – Diese negative Energie zieht sich durch alle Räume. Das raubt meine eigene Energie und macht mich schlapp und träge. Tatsache, sobald ich zur Haustüre reinkomme, merke ich, wie ich den Antrieb verliere. Dabei war ich doch gerade zwei Minuten vorher auf dem Weg noch so voller Pläne.

Energietechnisch ist mir dieser Mechanismus also durchaus bewusst. Das hilft mir aber nicht beim täglichen Kampf. Eigentlich bräuchte ich einen kompletten, ganzen Tag in der Woche nur zum Wohnlichmachen. Das geht aber nicht, und von der begrenzten Zeit mit dem MannMitHut am Wochenende will ich dafür auch nichts hergeben. Endlose Putzlisten sind nur für die Theorie schön (glauben Sie mir, ich kenne ziemlich alles, was im allwissenden Netz verfügbar ist), und auch mein Biorhythmus ist da nicht hilfreich – abends um sechs oder sieben ist einfach Schicht, da reicht es nur noch für Unanstrengendes. Meine Zeit zum Bäume ausreißen ist morgens.

Der neue Plan ist jetzt, erst um neun Uhr im Büro zu sein und die zwei Stunden von sieben bis neun Uhr zu nutzen. Vielleicht kann ich so ein bisschen Land gewinnen und die Unzufriedenheit mit mir selber abstellen.

Wie hat es jemand auf Twitter mal so treffend ausgedrückt?

Exakt!

Advertisements

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für Deinen Beitrag, Deine Verlinkung und Deinen Stand der Dinge.
    Dass Du gar nicht alles auf einmal geschafft hast, ist absolut nicht schlimm. Ganz im Gegenteil: ich finde, Deine Situation, wie Du sie geschildert hast, ist hardcore, quasi der Hardmode der Wohnungspflege.

    Es werden noch ein paar Teile der Challenge kommen und ich hoffe, dass sie Dir etwas helfen können. Mich haben sie nämlich weiter gebracht (ich habe dieses „Programm“ schon teilweise durch und gebe es weiter, weil ich es selbst so gut finde.)

    Lass Dich nicht demotivieren. Es wird vielleicht länger dauern, als man es manchmal vermutet und so richtig zufrieden ist man ja eigentlich nie, glaub ich. Aber ich verspreche Dir: es wird besser! Ehrlich!

    Liebe Grüße

    1. Liebe Nickel,
      vielen Dank für Deine Aufmunterung und Deinen Zuspruch!
      Mich motiviert Deine Challenge schon sehr und ich bin gespannt, was da noch kommt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s