Monat: März 2016

Hochzeitserinnerungen – Teil 1 / Theorie

Wie ich so durch Bloggerhausen spaziere, lese ich hier diverse Episoden von Hochzeitsvorbereitungen. Klar, dass mir da meine eigene Hochzeit wieder in den Sinn kommt. Ich denke gern daran zurück, weil der Tag einfach im Großen und Ganzen so gelaufen ist, wie ich mir das ausgemalt und geplant hatte. Und vielleicht findet jemand ja doch ein, zwei Hinweise für das eigene Vorhaben. Wir haben unsere Hochzeit über 350 km Entfernung geplant – wir lebten ja in München, wollten aber im Heimatort vom MannMitHut heiraten. Here we go:

Was SEHR wichtig ist: Die beiden Menschen, um die es geht, müssen miteinander reden! Speziell darüber, wie jeder von beiden sich die Hochzeit vorstellt! Der eine will eine rauschende Ballnacht, der andere eine fast heimliche Heirat … Wünsche, Erwartungen, NoGos, Details … sonst gibt es ein Desaster!  Erspart Euch das. Der MannMitHut war da recht pflegeleicht: „Plan du mal, ich sag dann, wenn mir was nicht gefällt.“ Okay, so gehts auch.

Was gut ist: Wenn man weiß, was man nicht will. Das konnte ich als Gast auf einigen Hochzeiten in den Jahren vorher lernen. Situationen, wo ich innerlich gepalmfaced habe; Bräute, die Nervenbündel waren und am liebsten wegrennen wollten (Tatsache!); eine Riesenhochzeit, von der das Brautpaar das Wenigste hatte. All sowas eben.
Wer mich kennt und wer hier schon länger liest, der weiß, dass ich kein Kitsch-Fan bin. Meine Hochzeit sollte also auch kein Showevent werden, sondern eine bodenständige und durchaus ernsthafte Sache: Schließlich wollte ich hier vor aller Welt meine Verbundenheit mit diesem einen Mann kundtun.
Ja, und dann mussten der MannMitHut und ich mit unserer Hochzeit auch ein bisschen was wieder rausreißen, was einige Jahre zuvor bei einer anderen Hochzeit nicht im Familiensinn gelaufen war. Das war so die Hypothek, die wir mittrugen.

Was nicht geht: Die beteiligten Braut- und Bräutigam-Eltern nicht einzubeziehen. Immerhin geht sie die Sache auch was an, und sie müssen zumindest wissen, was sie an diesem Tag erwartet bzw. was von ihnen erwartet wird. Nun sind meine Schwiegereltern Menschen, die gerne anderen das Heft aus der Hand nehmen, immer meinen „Willst du das nicht so oder so machen, warum nicht, wieso willst du dir nicht helfen lassen?“ und sich einfach immer – halt mit guten Absichten – einmischen müssen. Also habe ich ganz klar in der Familienrunde gesagt: Ihr erfahrt alles, wir lassen euch nicht außen vor – aber wir planen alles durch und reden dann erst darüber! Ihr braucht nichts tun! Das hat dann auch funktioniert.

Und die Eltern der Braut? Ach je, der traurigste Punkt bei der Sache … Wäre mein Vater zu meiner Hochzeit erschienen, hätte ich mich doch sehr wundern müssen – er war damals schon 18 Jahre lang tot. Leider, leider konnte auch meine Mutter nicht dabei sein. Sie lebte nach mehreren Schlaganfällen und mit zunehmender Demenz schon seit Jahren invalide im Pflegeheim in Sehrweitweg. Ihr hat das ganz arg weh getan, mir auch. Hätten wir sie geholt – sie hätte weder die Reise noch das Klima, noch die Aufregung vertragen. Spätestens im Trauzimmer wäre sie kollabiert.

Ich verdrängte den Punkt also und fing an zu planen, und wie! Am Schluss hatte ich eine drei Meter lange Liste.
Und warum alles selber machen? Weil ich keine unliebsamen Überraschungen wollte. Ich wollte alles schön in meinem Einflussbereich haben und mich nicht auf Dritte verlassen müssen.
Wer trauzeugt? (Das stand sehr schnell fest.)
Wen laden wir ein? Ohje, Gäste aus allen Himmelsrichtungen – wir brauchen Übernachtungsmöglichkeiten.
Wo feiern? Drei Gasthöfe bzw. Hotels haben wir uns angesehen, beim dritten fühlten wir uns richtig, richtig gut aufgehoben und umsorgt! Was für ein tolles Haus! Der Veranstaltungsraum limitierte dann auch ein bisschen die Gästeanzahl, aber es passte genau. Schon auf der Rückfahrt von diesem ersten Gespräch stand fest: Das ist es, dort feiern wir. Ich denke, hier darf man durchaus auch auf sein Bauchgefühl hören, schließlich sollte sich das Brautpaar an diesem besonderen Tag um nichts kümmern müssen außer um sich selbst.
Wir mussten ja – siehe oben – ein bisschen was gutmachen. Also wäre es doch schön, vom prominenten Vertreter der Gemeinde getraut zu werden, was der auch von Herzen gerne tat – schon aus alter Verbundenheit zu meinem Schwiegervater. Es gab nur nicht viele Termine zur Auswahl. Natürlich wollten wir einen Samstag, damit jeder Eingeladene auch möglichst Zeit hatte. Sechs bis neun Monate vor der Hochzeit den Termin einzukreisen, ist definitv nicht zu früh!

Jedes angedachte Puzzlestück zog seine eigenen Planungen nach sich.
Das Brautkleid! Geheiligt sei das Internet mit seinen Unmengen an Fotos! Ich hatte das unwahrscheinliche Glück, in München eine Schneiderin zu kennen. (Sie betrieb damals ein offenes Nähatelier, in dem jeder gegen Bezahlung auch selbst nähen konnte.) „K*, nähst Du mir mein Hochzeitskleid?“ Oh, da leuchteten aber Schneiderinnenaugen. *g*
Mir war nämlich auch klar: Das, was ich als Kleid wollte, gab es nienicht zu kaufen. Ich wollte eine rote Braut sein, kein ausladendes Kleid haben (auch Bräute müssen mal auf die Toilette), nicht schulterfrei sein (klar, irgendwann steh ich dann im Freien oder was, neenee) und mein Kleid sollte bodenlang sein. Und ich konnte nicht einen vierstelligen Betrag nur für das Kleid ausgeben. Nach drei, vier Bildern, die ich ihr hingelegt hatte, sagte sie nur: „Okay, Dein Stil steht fest, Du langst immer auf dasselbe – sehr klassisch. Willst Du die Raffungen links oder rechts haben? Ich besorg mal die Stoffmuster. Bist Du sicher, dass Du rot willst? Ha, ich hatte schon viele Bräute, aber noch nie eine im roten Kleid.“ Glauben Sie mir, ich ging sehr beschwingt nach Hause.
Männer haben es da mit dem klassischen Anzug sehr viel einfacher. Sie leiden allerdings dabei, sich durch alle Anzüge durchprobieren zu müssen. Passt die Hose, ist das Jacket noch zu eng. Passen alle Teile, stimmt die Farbe noch nicht. *seufz* Der MannMitHut wollte keinen schwarzen Anzug, ist ja keine Trauerfeier. Er nahm dann etwas dunkelgrau Nadelgestreiftes. Und weil er eine rote Braut haben würde, wollte er ein rotes Hemd anhaben. Nun finden Sie mal passende rote Hemden in kurz- und langärmlig. Das war schwieriger als der Anzug!

Da die Grundfarbe feststand, wollte ich noch eine Ergänzungsfarbe und entschied mich für ein helles apricot.

Das Hochzeitsauto! Das muss geputzt und geschmückt werden, bereitstehen und einen Fahrer haben.
Also, welches Auto? Welcher Autoschmuck? Bloß kein dicker Blumenknubbel mitten auf der Motorhaube – man kann kaum drübergucken und der kommt einem bei der Überlandfahrt zum Feierort dann auch ganz schnell mal entgegen! Ich entschied mich für eine V-förmige Blumengirlande, die konnte man auch gut am Sternchen vornedran festmachen.
Wir lauschten uns nach einem zuverlässigen Flowerpower-Fachgeschäft um, brachten unsere Farben und ein Foto vom Auto zum Gespräch mit. Wir bekamen die richtigen Fragen gestellt (Wie viele Gestecke für die Hochzeitstafel? Das Auto vorne so und hinten so? Wir brauchen das Auto dannunddann, können Sie dann gleich wieder mitnehmen. Die Gestecke sind dannunddann fertig zum Abholen. So und jetzt reden wir über Ihren Brautstrauß.) Meinen WAS?
Okay, wenn klassisch, dann richtig – es wurde kein rundes Sträußchen, sondern ein längliches Bouquet-Gebilde. DAS kann ich nun nicht so ganz empfehlen, weil: Sie tragen das Teil vom Aus-dem-Haus-Gehen bis zum Feierbeginn in der Hand! Das sind ein paar Stunden, und irgendwann wird das Ding dann sauschwer. Und lästig. Und wie ich hinterher festgestellt habe: Ich habe meinen Brautstrauß erst auf den Fotos richtig gesehen – ich hatte ihn ja die ganze Zeit in der Hand und nur quasi von oben begucken können.
Sekt im Standesamt oder im Hotel? Wie kommen Sekt und vor allem notwendiges Zubehör an Ort und Stelle?
Wer kommt wie vom Trauungsort zum Feierort?

Die Gäste müssten wir mal einladen, was? Mein einziges Denken war: Die sollen sich um nichts kümmern müssen. Es gab einmal die Einladung mit dem Termin. Für die, die zugesagt hatten, wollte ich alle Infos in einem weitergeben. Ich konstruierte am Rechner hin und her, ich werkelte einen Abend lang vor mich hin und hatte dann ein niedliches Etwas zum Blättern geschaffen, in dem alles drin stand: Zeiten, Orte (eh klar), geplanter Ablauf, Anlaufstelle, Notfall-Rufnummern (für „wir stehen im Stau“ und „wo müssen wir denn hin?“), Hoteldetails (mit Prospekt), Dresscode etc. Und natürlich die Kleiderfarbe der Braut! (Es gibt immer eine/n, der das überliest/ignoriert/nichternstnimmt!)

Das einzige, worauf meine Schwiegermutter bestanden hatte, war unsere Hochzeitstorte machen zu dürfen. *seufz* Hochzeitstorte – muss denn das sein … Bitte bloß kein dreistöckiger, zuckertriefender, weißer Kitschkram, den eh keiner isst! Machen wir doch einfach hellen und dunklen Teig mit Buttercreme dazwischen. Passte hervorragend.
Da war dann auch vierstöckigfach kein Problem – rechteckige Grundform unten, Herzform obendrauf. Hachz!

Ringe! Wohl richtig wichtig! Gut Zeit einplanen für das Aussuchen – man macht dafür einen Termin im Geschäft! Wir hatten die Auswahl recht schnell eingegrenzt (silber!), nur: die Damenversionen waren halt immer mit „Bingbling“. Och nö! Man kann aber auch die Männerversion in der Damengröße machen lassen!

So, damit steht jetzt mal ein ganz grobes Gerüst für diesen einen Tag, hurra! Im nächsten Teil dann: Behörden! Kleinkram! Irrationale Panik! Was einem zum Thema Hochzeit so alles einfallen kann und wie man schön Aufgaben verteilt!

Ringkissen2

Advertisements

Gut gemacht!

Doch, ich finde schon, dass ich das gut gemacht habe. Es ist nämlich gar nicht so einfach, ein Geschenk von jemandem zurückzuweisen, der es doch nur gut meint – weil es den eigenen Prinzipien zuwiderlaufen würde. Reich-Ranicki hätte gesagt: Ich nehme dieses Plastikverpackungsmüll-Ostergeschenk nicht an!

Glauben Sie mir, es ist mir wirklich nicht leichtgefallen. In der Sache ja, aber nicht gegenüber der Person. Aber warum soll ich ein Geschenk mit nach Hause nehmen, das a) zu 50 % aus reiner Verpackung besteht, die entsorgt werden muss (mal abgesehen von der Herstellung, eigenes Kapitel) und b) die billigste Schokolade beinhaltet, die zu solchen Saisonzeiten angeboten wird (Masse statt Klasse)? Ich will das nicht essen, ich will es nicht auf den Hüften haben, ich will das nicht entsorgen müssen! Ich will schon gar nicht die Produktion von sowas unterstützen.

„Ja, aber in irgendetwas muss der Schokohase doch verpackt sein? Andere sind halt in Alufolie?!“
Schon, aber wer sagt denn, dass das das (Hä? Stimmt hoffentlich so.) einzige Geschenk ist, das man an Ostern machen kann? Es gibt hundert Möglichkeiten von Selbstgebackenem (es gab ja schließlich auch Kuchen und gemeinsame Kaffeezeit, das reicht mir auch) bis zu Nähkrams.
Aber weil man das „halt immer schon so gemacht hat“ und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird es eben trotzdem versucht. Obwohl meine Anti-Haltung bei dem Thema durchaus gut bekannt ist.

Nö, nicht mehr mit mir.

Ostermontagmorgenmäander

Guten Morgen allseits. Macht Ihnen diese verflixte Zeitumstellung auch so zu schaffen? Mein  Zeitgefühl ist ganz durcheinander. Meinetwegen könnte man diesen Umstellungsunsinn durchaus abschaffen, zumal die Gründe für die Einführung inzwischen ja keine mehr sind.

Das war mal ein ziemlich beschauliches Ostern … DerMannMitHut und ich haben einfach nur die gemeinsame Zeit genossen. Das kam in den letzten Wochen und Monaten definitv sehr zu kurz, die Zweisamkeit. Ach ja, gearbeitet haben wir trotzdem eine Menge. Mein „Ostergeschenk“ steht im Garten, nennt sich Hochbeet und wartet jetzt auf Erde (SEHR VIEL Erde) und auf Bepflanzung. Äh, ja, es ist ein wenig groß geraten … ich und räumliches Vorstellungsvermögen halt. Aber dann brauche ich auch nur ein Hochbeet und nicht zwei. Wir müssen den Bau nur noch einmal versetzen – ich habe erst nach dem Aufstellen gemerkt, dass ich so meinen Flieder nicht mehr sehen kann, weil der noch recht klein ist. Geht gar nicht! Also ab mit dem Hochbeet auf die andere Gartenseite. (Helle Begeisterung beim MannMitHut! *ähem*)

Hochbeet

(Hochbeet mit Katze)
Was gabs noch an Ostern?
Ganz traditionell und simpel: Forelle an Karfreitag, AufDieSchnelle am Samstag (weilwegen viel Arbeit), gestern Schweinebraten und Knödel und am Nachmittag auf Wunsch vom MannMitHut Apfelkuchen. Heute dann Cannelloni und später bei den Schwiegers KaffeeundKuchen. Hamwa das auch. Und wehe, ich bekomme trotz Verweigerungsandrohung wieder eine Müllexplosion geschenkt!
Was es nicht gab: Osterdeko und Chichi. Ich habe einfach kein Deko-Gen. Ich bin ja schon froh, wenn ich hier alles in einem halbwegs bewohnbaren Zustand habe. Obwohl ich in den diversen Geschäften ja schon an den Ständen mit dem Stehhübsch hängenbleibe. Angucken kann ich mir Deko nämlich durchaus, nur brauchen tu ich sie nicht.

So wie ich zum Beispiel auch kaum mehr Geld in der Drogerie lasse. Gehe ich mal durch die Regale, bin ich entsetzt über diese Meter mit – äh, Zeug?! Ich brauche diesen ganzen Körperpflegekrams nicht mehr und empfinde das als große Freiheit und Zeitersparnis. Hier werden einfach noch letzte Vorräte aufgebraucht, und dann sind irgendwann fast nur noch die unchemischen Sachen im Einsatz. Traubenkernöl zum Beispiel, und einfache Naturseife. Nur bei der sogenannten dekorativen Kosmetik kann ich nicht ganz verzichten, denn ich gehe ja nicht mal ungeschminkt zum Bäcker. Das beschränkt sich bei mir allerdings allermeistens auf Makeup und Puder.

Vor etwa zwei, drei Jahren hatte ich einen Nagellackflash. DER Vorrat (rund 120 Nagellacke) reicht dann auch noch eine Weile – zumal ich nicht laut genug HIER geschrien habe, als die zierlichen Hände und die schönen Fingernägel verteilt wurden. Ne, im Ernst, meine Fingernägel sind eine Katastrophe. Und Nagellack hält bei mir höchstens einen Tag. Wenn ich dann mal über meine greisligen Hände und Nägel jammere, sagt der MannMitHut nur: Dafür können Deine Hände mit einer Bohrmaschine umgehen und schwere Möbel tragen! Und Sachen herstellen! *seufz* Naja, auch was wert.
Nichts für schwache Nerven:

Finger

(Knubbelfinger und schäbige Nägel. Und die rechte Hand sieht nicht anders aus.)

Und jetzt müssen diese Hände zwei Mount Everests an Wäsche wegbügeln, sonst haben wir morgen nichts anzuziehen.

Wie ich mir meine Nägel wünschen würde? Ungefähr so! Die könnte ich stundenlang begucken. Nur frage ich mich, wie bei all den Nagellackbloggerinnen der Lack so auf den Nägeln hält. Ich brauche nur einmal einen Wischlappen auszuwringen, dann bröckelt die Schönheit schon…

Freude darüber, dass ich endlich in meiner eigenen Küche werkeln kann – jedesmal, wenn ich in die Küche komme. Ich schulde noch Nachher-Fotos.  Der Kühlschrank muss jetzt ganz alleine stehen und ist noch ein bisschen trotzig, aber das kriegen wir auch noch hin. PLATZ! Endlich Platz! Und hell. Schön!
(Fotos dann, wenn das Licht gut genug ist.)

Ja, und dann sind doch tatsächlich noch ein paar Teile im Handarbeitszimmer fertig geworden. Eine neue kleine Handtasche zum Beispiel. Und ein Longpulli. Ha, und weil man bei Bloggern was lernen kann, habe ich tatsächlich eine geniale Aufbewahrung für meine (zugegeben wenigen) Taschen gefunden.

Kann mir mal jemand ein bisschen gutes Fotografierlicht leihen?

Ostermontagmorgengedanken, hierhin und dahin. Ich gehe jetzt mal was Sinnvolles tun!

Die ist definitiv weg!

Sie hat mich so oft geärgert! Die lästerlichsten Flüche habe ich gebrüllt. Oder aber ein herzhaftes „Sch…!!“

Jetzt ist sie weg! Und ich finde es toll! Weil ich mir jetzt nicht mehr den Kopf anrenne! (Und ich bin noch nicht mal sehr groß.) Tschüss, Dunstabzugshaube!

Abzugshaube

 

Die letzten fünf Tage werde ich nicht so schnell vergessen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ein Körper noch auf Autopilot funktionieren kann, auch wenn er todmüde ist und das Hirn keine klare Anweisung mehr gibt.

Sie müssen noch ein bißchen auf die Vorher-Nachher-Bilderflut warten – wir sind noch nicht ganz durch mit der neuen Küche. Wenn ich mir aber so die Vorher-Aufnahmen anschaue: Was ein Glück, dass ich jetzt weniger Schränke und weniger Ablageflächen in der Küche habe. Je mehr Platz zum „nur-mal-schnell-eben-dahin“-Abstellen ist, desto schneller sind die Flächen auch vollgerumst.
Künftig gibt es nur noch einfache, klare Linien, keine versteckten Schmuddelecken mehr – und vor allem nichts Unaussprechliches mehr UNTER der Küchenzeile. (Ih, und mit sowas habe ich gehaust! Es war wirklich, wirklich ekelhaft! Buargs!) Allein auf dem Foto da oben springen einen die Schmuddelstellen nur so an: Die Stange für die Küchenrollen-Halterung (nicht die einzige), die Häkchenleiste mit den roten Topflappen, die kleinen Knöpfe an der Abzugshaube … wo glauben Sie setzt sich der Fettfilm besonders gern und hartnäckig ab?

Vor allem haben wir jetzt wieder einen Küchentisch, so richtig mit Stühlen! Für mich gehört in eine Küche ein Tisch! Ich will Kaffee mit Morgensonne, ich will mich beim Kochen mal hinsetzen, ich will nicht jede Müslischale zum Esstisch tragen.

Heute Abend entern wir nochmal (wieder einmal) den Baumarkt für Kleinkram, dann findet sich noch ein passender Unterschrank und eine passende Gardine.

Wenn Sie mich jetzt entschuldigen möchten – ich gehe das Baustellen-WC wieder in ein anständiges Gäste-WC zurückverwandeln … (hm, die Fliesen dort … jetzt, wo wir das mit den Fliesen geübt haben … hmmmmm *denk*)

Meldung aus der Renovierhölle

Pieps!*

 

 

(* Es ist Tag vier. Tag vier ohne Herd, ohne Spüle, ohne Lebensmittel, dafür mit jeder Menge Dreck und Durcheinander. Mein Körper wiegt inzwischen 100 kg und wird immer schwerer. Das rechte Handgelenk sagt aua vom Streichen,  an den Knien habe ich tatsächlich Blasen vom auf-dem-Boden-robben und die Füße leiden vor sich hin. Wohnzimmer und Flur gleichen einer Müllhalde, und ich verzweifele langsam an der Unendlichkeit der Arbeit. Aber es besteht die geringe Aussicht, heute Abend wieder eine funktionierende Küche zu haben.
Es ist sechs Uhr morgens am Samstag – ich mach dann mal weiter. Wohlan!

Frage: Wer geht heute einkaufen??

Katzen – inspiriert von Punkt Punkt Punkt

Über die Aktion bei Sunny gestolpert und – naja, Katzen! KATZEN! 🙂

Rückblende, 1998/1999. Erst einmal Literatur gewälzt ohne Ende. Dann stand irgendwann der Entschluss fest: Wir (also mein damaliger Freund und ich) gucken mal ins Tierheim. Ich wusste, was ich wollte: Ältere Katzen, zwei Stück, Aussehen und Geschlecht egal. Ich guckte. Blieb an zwei wunderschönen Schildpatt-Katzen kleben, aber die waren dem Mann damals zu alt (die waren schon 13). Im Zimmerchen daneben aber: Zwei Kater, Brüder, 7 Jahre alt, gerade vor zwei Tagen abgegeben. Durch das Fenster maunzte uns eindringlich etwas Getigertes an. SEHR eindringlich. Ich setzte mich vorsichtig ins Zimmerchen und war alsbald annektiert vom Getigerten. Seinen Bruder konnte ich erst sehen, als ich auf dem Boden saß: Der hatte sich so unter der Heizung verkrochen, dass nur das weiße Bauchfell zu sehen war – bzw. auf den weißen Fliesen eben nicht.

So zogen Bimbo und Campino bei mir ein. (Für die Namen kann ich nichts, die waren schon so und ändern wollte ich sie dann nicht.)
Bimbo: Ein vornehmer Herr in grau-gestreift, immer ein bisschen distanziert, stabil gebaut, nicht laut, aber ein tiefes stilles Wasser. Nie auf dem Schoß, aber immer genau daneben.
Campino: Ein Charmeur sondergleichen. Sichtbare Siamesen-Gene, allerdings alle Farben umgedreht: heller Bauch, brauner Rücken, verwegene Gesichtszeichnung – und strahlendblaue Terence-Hill-Augen! Immer auf dem Schoß, gerne auch mal ein Nackenwärmer.

Beide waren im Ausbüxen und Einbrechen ganz groß: Bimbo konnte Türen aufmachen – und Campino den Kühlschrank. Das Schnitzel in der Pfanne war auch nicht sicher. Meine Küche war Fort Knox!

Das schlimmste Erlebnis: Campino stürzte einmal aus dem 3. Stock 16 Meter tief auf den Asphalt! Außer einer gestauchten Pfote, einer aufgeplatzten Oberlippe und einer Riesen-Gehirnerschütterung passierte ihm zum Glück NICHTS! Aber sein Vertrauen in mich war erstmal weg, es dauerte ein halbes Jahr, bis er wieder bei mir auf dem Schoß lag.

Meistens konnte die Couch nicht groß genug sein, beide lagen immer am äußersten Ende. Sie kuschelten nie zusammen. Es gibt nur zwei Ausnahmen, beide zum Glück fotodokumentiert: Einmal lagen sie zu zweit eingekringelt auf dem WC-Deckel! Und ein Foto zeigt sie mit dem Rücken zur Linse, nebeneinander am Fenster, die Nasen an der Scheibe platt, auf Taubenjagd. Leider sind die Fotos analog und noch in irgendeinem Karton vergraben. Ich kann hier nicht damit dienen, hole das aber irgendwann nach.

Als sie 15 Jahre alt waren, wurde erst Campino krank. (Einmal kotzte er mir die Zimmerwand von oben bis unten voll und fütterte dabei auch noch die Fische im Aquarium.) Es war schrecklich, die Entscheidung zu treffen – aber ihn noch länger leiden zu lassen, stand außer Frage.

Bimbo trauerte sehr um seinen Bruder. So sehr, dass die Tierärztin vier Wochen später mich ansah und traurig den Kopf schüttelte. Auch Bimbo schlief in meinen Armen ein.

Wir hatten eine schöne Zeit zusammen.

Es vergingen viele Jahre ohne Katzen. Bis letztes Jahr im Sommer Micky bei mir und dem MannMitHut  einzog. Und im Herbst dann Lea. Beide aus Tierheimen, 12 und 13 Jahre alt. Wieder zwei sehr unterschiedliche Charaktere, aber beide freundlich, liebenswürdig, kuschelbedürftig – jede auf ihre eigene Art.
Micky, Mickily, die Rabenschwarze: nur neben dem Schoß, dafür gerne mit unter die Decke kuschelnd, dankbar für jede Aufmerksamkeit, gemütlich, verschlafen, Sofa-Katze.
Lea, Quantenkatze, Randalea: getigert, nur mit schriftlicher Einladung in Schönschrift auf dem Schoß, Jägerin, Schnürle-Erlegerin, Türenöffnerin.
Leider werden die beiden keine dicken Freundinnen. Sie fressen immerhin relativ friedlich nebeneinander, gehen sich ansonsten aus dem Weg und habe offensichtlich keinen Stress. Vielleicht wird es im Sommer besser, wenn sie beide in den Garten können.

Ich muss mal wieder ein paar Fotos machen …