Monat: Juni 2016

Nicht allein

So manches Mal fühle ich mich schon wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Zum Beispiel dann, wenn ich mit moderner Technik zurechtkommen soll  oder versuche, Gesprächen von Menschen unterhalb meiner Altersklasse zu folgen. Oder über meinen eigenen Lebenslauf sinniere, der an sich schon viel Drehmoment zugelegt hat. Soll ich dann eher den Kopf schütteln oder mir doch besser an die Stirn tippen?? Oft genug letzteres …

Die alten Zeiten waren nicht immer „gute alte Zeiten“ (und auch die Moderne hat unbestritten ihre Vorteile!) – aber in mancher Hinsicht war man einfach weniger abhängig und konnte sich irgendwie helfen. Zur Not vielleicht etwas umständlich, aber ein aufgetretenes Problem wurde irgendwie gelöst.*

Jedenfalls habe ich heute gesehen, dass ich zwar vielleicht ein Relikt sein mag, aber zumindest bin ich nicht ganz allein. Schauen Sie doch da auch mal vorbei, nicht nur schöne Bilder, sondern auch spannende An- bzw. Einsichten da.

(* Nein, heute bekommt man ein Auto nicht mehr damit in Gang, dass man einen Hammer parat hat und damit den Anlasser wachklopft. Man füllt auch kein Formular mehr mit einer mechanischen Schreibmaschine oder gar von Hand aus. So denn überhaupt noch jemand längere Texte mit der Hand schreibt.  Those were the days … Fun Fact am Rande: Wenn ich im Büro nicht wollte, dass der NEUGIERIGE BUCHHALTER die Notizen auf meinem Schreibtisch lesen konnte, habe ich einfach stenografiert. Meine Kollegin übrigens auch. Was HAT den das immer frustriert! *g*)

 

Pointen

Sie erinnern sich an unser Malheur? Inzwischen ist der Keller von liebenswürdigen Handwerkern wieder nutzbar gemacht worden und wir könnten sogar wieder einräumen – wenn wir denn mal Zeit dafür hätten.

Hier also mal noch ein paar denkwürdige Momente und skurrile Pointen dieser Geschichte …

Zuerst: Warum habe ich direkt nach der Feuerwehr den Herrn SchwieVa herzitiert? Nunja, einmal ist es immerhin sein Haus, in dem über 30 Jahre Herzblut stecken, auch wenn die Schwiegers nicht mehr selbst drin wohnen. Der hätte uns in den Allerwertesten getreten, wenn wir ihn nicht angerufen hätten. Andererseits war er selber einige Jahre Kommandant der ortsansässigen Feuerwehr – wenn also einer weiß, was zu tun und zu lassen ist, dann er!

Somit ist also auch unsere Adresse bei der FW keine unbekannte. Außerdem ist der halbe Ort bei der FW aktiv – und aufm Dörfl kennt eh jeder jeden. Deshalb rückte auch das Großaufgebot aus, denn:

Sinnigerweise hatte die Feuerwehr ja am nächsten Tag Großveranstaltung. Es waren also gerade ziemlich viele Leute im Gerätehaus und auf dem FW-Gelände dabei, die Fahrzeuge und die Einrichtung zu wienern und festtauglich zu machen. Als die nun den Einsatzort von der Leitstelle hörten, müssen wohl ziemlich viele Besen, Schrubber und Lappen in alle Ecken geflogen sein – beim Ex-Kommandanten brennts!! -, die Jungs und Mädels brauchten nur in die Ausrüstung zu steigen – die Autos standen ja eh schon habacht. Wer FW oder Polizei oder Sanitäter ein bisschen kennt, der weiß, dass die bei einem Kameraden mal immer noch einen Extra-Zahn zulegen.

Anekdote am Rande: Ein Gemeindemensch, der gerade zugegen war, lästerte noch: „Stellt ihr eure Autos jetzt schon mit Blaulicht und Tatütata aufn Hof??“ – knappe Antwort: „Dappschädel, mir ham Einsatz!“ *g*

Gleichzeitig der Anruf vom Funk bei den Schwiegers: „Du, die *straße Nr. * – DES SEID DOCH IHR??“ – „Jo, der Chef steigt grad schon in die Schuhe!“

Später wurde dann auch die vorbildliche Fahrzeugkolonne gelobt: Einsatzleitung, Löschfahrzeug und Drehleiter – und der Herr Ex-Kommandant aufm Fahrrad zur Absicherung hinterher! Frotzelige Zungen behaupteten dann auch, er hätte sich hinten am DL-Fahrzeug festgehalten und sich so das Treten erspart! :-p

Raten Sie mal, wer und was an diesem Abend (wir waren abends ja noch im Dörfl unterwegs) und vor allem am nächsten Tag DAS Gesprächsthema war … Aber auch der MannMitHut bekam ein Lob: Techniker, der er ist, funktionierte die Logik „Elektrisches Gerät – Strom – Wasser? – Flackerlicht? – Wasser keine gute Idee!“ bei ihm ohne Aussetzer und er rannte erst zum Sicherungskasten und dann zum Gartenschlauch. Was wiederum der Kommandant richtig gut fand. (Sagte ich eigentlich schon mal, dass ich den MannMitHut ganz toll finde?)

Klar, dass wir bei der Veranstaltung am nächsten Tag auch dabei waren. Zuhause bleiben war keine Option. Außerdem hatte ich ja das versprochene Blech Kuchen abzugeben. Jeder bemühte sich denn auch rührend und tröstend um uns, auch wenn wir natürlich ein paar spöttische Bemerkungen hinnehmen mussten. („Wir hatten gerade so schöne blitzeblanke Fahrzeuge! Und dann kommt ihr!“) Jetzt erfuhr ich auch, wer da alles unter den Atemschutzgeräten in unser Haus rein ist (Sie erkennen unter der Ausrüstung echt NIEMANDEN.) –  Eines der FW-Mädels fragte mich prompt: „Eure schwarze Katze – ist die trächtig?? Ich habe mir solche Gedanken gemacht, die anzufassen, aber die ist dann in den Garten gelaufen.“ – Äh ne, unsere Micky ist einfach nur dick stattlich!

Zweite Anekdote am Rande: Nach Ende der Festivität, also nach Aufräumen und Abbauen, als die Mannschaft zum Abschluss noch zusammensaß, hieß es dann: „Herr Ex-Kommandant, bitte sag doch deiner Schwiegertochter, sie möge heute keine Geräte mehr in Brand setzen – wir sind nach dem harten Tag doch alle recht müde und kaputt – einen Einsatz müssen wir jetzt nicht unbedingt haben, ja?“ – Hmmmmpf.

Ich schätze, damit sind wir dann in die Dorfgemeinschaft integriert …

 

 

Ein Tschüss und ein Hallo

Es war ja schon ein bisschen wehmütig … *seufz*
Tschüss, Kleiner – machs gut und eine gute Reise! Du hast uns lange begleitet und warst ein ganz feines Auto. (Auch wenn ich immer gesagt habe „Ich seh nix, blöde Säule!“.)

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Hallo, Großer! Recht spontan und ungeplant, aber: Schön, dass du da bist! Wir werden dich hegen und pflegen.

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Mit der Ausstattung und dem km-Stand ein echt guter Kauf. (Weiß hätte er jetzt nicht unbedingt sein müssen, aber die Farbe stand nunmal ganz hinten in der Wichtigkeit.) Fahrtechnisches Neuland  für mich, weil Automatik und im Vergleich zum Corolla ein Schlachtschiff, aber sehr angenehm. Und: Ich habe nicht mehr das Gefühl, „ich seh nix“.

Übersprungsnähen

Handwerker im Haus. Orr. Immerhin schon die Maler, zumindest stehe ich jetzt nicht mehr in einer dunkelschwarzen Kammer, wenn ich in den Keller gehe.

Nervig ist es trotzdem, wenn ich dann schon zuhause bin und nicht in putzenden / aufhübschenden Aktionismus verfallen kann. Also durfte gestern zumindest die Nähmaschine mal wieder losrattern. Somit habe ich immerhin die Hosenbeine der schwiegermutterschen Wanderhose gekürzt, das Lieblings-T-Shirt vom MannMitHut repariert (Zwillingsnähnadel rules!) – und mal eben in 10 Minuten eine Kissenhülle genäht.

Ehrlich, das war so nicht geplant! Ich stand ein bisschen gedankenverloren im Nähzimmer rum, pfriemelte den Plüsch zum x-ten Mal aus dem Schrank, musste grinsend an Frau Weibswort und ihr Cottage mit den Rosenstoffkissen denken (weil ich das sooo gut verstehen und mir bildlich vorstellen kann) – ja, und dann hat eben alles gepasst. Vier gerade Nähte, fertig das Teil. Sowas …

Naja, ich bin ja nicht gerade die Blümchen- und Herzchenfetischistin. Aber DEN Stoff konnte ich einfach nicht ignorieren. Lag ja auch nur zwei Jahre im Schrank (und war eher für eine Babydecke eingeplant). Inzwischen ärgere ich mich, dass ich nicht mehr davon gekauft habe.

Wolle kuschel habe?

Kissen1 Kissen2

(Kissen mit Hotelverschluss, 50 x 50 cm, Füllung: Möbelschwede)

Es ist kompliziert.

Gerade. Alles. Sehr.

Nicht nur seit Montag die Sanierungshandwerker im Haus, neue Perspektiven für die Selbständigkeit, die intensives Denken, Grübeln und Planen erfordern, nein auch noch ein Neuer demnächst hier – also, ein neues, ein neues AUTO! Mein Lieblingsauto. 🙂

Dass das jetzt ein bisschen arg spontan und ungelegen kommt, gut. Nur hänge ich jetzt seit zwei Tagen im Versicherungsdschungel fest, es ist wunderwunderschön ein Kreuz damit!

Ich hoffe, dass dann irgendwann alle Baustellen abgearbeitet sind und das zweite Halbjahr 2016 wenigstens ein bisschen entspannter wird.  Momentan weiß ich jedenfalls nicht, wo ich zuerst hinfassen soll …