Episoden

Oder: Da machste Dir so Deine Gedanken. Über Dankeschöns, Diplomatie und Dienstleistung …

Aber episodenweise ganz einzeln – Achtung, langer Text, nehmen Sie sich ’nen Kaffee:

Erste Episode:
Vor einiger Zeit nähte ich für eine Schwägerin ein Reißverschlussdingens für einen bestimmten Zweck. Sie befand es für diesen recht alltäglichen Zweck als viel zu hübsch und schön, war aber voll des Lobes und des Dankes. Kurze Zeit später drückte mir jemand anders eine Plastiktüte mit Stoffstücken und Kleinteilen in die Hand, die bei ihm für mich von dieser Schwägerin abgegeben worden war, ohne weiteren Kommentar – ich wüsste schon. Aha. Nunja, der Tüteninhalt ließ mir durchaus den Rückschluss auf den Nähwunsch zu, aber mir erschließt sich nicht, warum man mich nicht direkt anrufen, anmailen, ansonstwassen kann, um das  auszumachen?
Es dauerte jetzt einige Wochen, bis ich die Muße gefunden hatte, das nicht-so-hübsche Täschlein zu nähen. Die Übergabe „per Boten“ ist jetzt Tage her, und mich erreichte bis dato kein Dankeschön. (Update: Nach zwei Wochen ließ man sich dann doch mal herab …)
Selbiges Thema vor ein paar Monaten. Die dortige familieneigene Nähmaschine wurde beschimpft und verflucht, sie nähe nicht, die tauge nichts, Schund undsoweiter. Kannstdumalgucken, istdochSchrottoder?! Gutmütiges und nähmaschinenliebendes Wesen, das ich bin, nahm ich die Maschine mit –  allein das Gewicht sagte mir schon, dass ich da viele hundert Euros in der Hand hatte. Kein Plastikramsch, richtige Wertarbeit. Und die sollte nicht ordentlich nähen?? Nienicht. Mit einer Probenaht, RTFM, den richtigen Einstellungen an allen Knöpfen, Schaltern und Reglern (man KANN es aber auch komplett verhunzenstellen) – ei guck, die näht doch wunderbar und schnurrt und rattert, dass es eine Freude ist? Umgehend ging die funktionierende Maschine in ihr Zuhause zurück – was nicht zurückkam, war ein Dankeschön und ein „Ich habs ausprobiert, funktioniert bei mir auch, wodran lag’s denn?!“  Mal ehrlich, verlange ich da zuviel??

Zweite Episode:
Einem der Familienschäfchen wurde innerhalb der Probezeit gekündigt. Nicht zum ersten Mal, schon die vorherige Arbeitsstelle hatte die Probezeit verlängert und ihm dann doch signalisiert, dass er nicht der Richtige an diesem Platz ist. In der Probezeit brauchts ja keinen Kündigungsgrund, aber informell hätte er den Grund sicher herausfinden können. Die Aussage, dass einige Mitarbeiter nicht mit ihm zurechtkommen, ist ja doch etwas schwammig. Eine der zahlreichen Diskussionen brachte mich dazu, mich mal mit seinem Auftritt in den sozialen Medien zu beschäftigen. Hätte ich es besser gelassen … Wissen Sie, es braucht wirklich einiges, bis ich Menschen abweise. Aber in diesem Fall denke ich wirklich, wirklich schwer darüber nach, diese Person nicht mehr über meine Schwelle zu lassen. Einen Menschen, der beleidigende, hämische, verachtende, diskriminierende, infantile Posts schreibt, teilt, liket und sonstwasst und sich dabei auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit beruft – nein, sorry, so jemanden will ich nicht in meinem Haus haben.
Ach Schäfchen, glaubst du wirklich, ein Arbeitgeber holt sich einen potenziellen Quertreiber ins Haus? Jaja, die Welt und die Menschen sind so schlecht, keiner will dich einstellen.
Zählen wir doch einmal eins und eins zusammen: Bewerbungsunterlagen, die an schief und krumm schwer zu überbieten sind (Wieso, es zählt doch, was drin steht?!), kaum länger als ein Jahr irgendwo gearbeitet, du selbst der Ritter von der traurigen Gestalt in Person, dem man auf zehn Meter schon die Kranken- und Fehltage ansieht (Ich bin halt nicht gesund!), mit der Ausstrahlung von Energie und Tatkraft eines Toastbrots (Ich bin aber auch fix und fertig!) und dann noch ein solches Auftreten in den Medien (Die Meinungsfreiheit!!) ?? Willkommen in der freien Wirtschaft! Ich bin jetzt echt in der Zwickmühle, weil ich gerne helfen möchte, auch seine persönliche Meinung dazu hören möchte und doch denke: Leb doch mit den Konsequenzen, wenn dir die Meinungsfreiheit so viel bedeutet. Diplomatie ist ja nicht deins.

Dritte Episode (können Sie noch?):
Der eine oder andere geneigte Leser erinnert sich vielleicht noch, dass im letzten Sommer auf Geheiß des Familienoberhaupts eine neue Heizungsanlage in unserem Keller eingebaut wurde. In ebenjenem Kellerraum, in dem die alte Waschmaschine kürzlich ihr fackelndes Finale gab … Je nun, die Heizung sollte doch vielleicht besser mal überprüft werden, nicht dass die gelitten hat? Sind ja nur *hierfünfstelligenBetragdenken* Euro gewesen. Nun begab es sich, dass wir an ebenjenem Wochenende den Heizungsfirmen-Chef höchstpersönlich in freier Wildbahn trafen und ihn über unser Malheur ins Bild setzten.  „Ach Gott ja, rufts gleich am Montag in der Früh an, die sollen Euch jemanden schicken!“ Tat ich – nur, dass es dann geschlagene fünf weitere Tage dauerte, bis die jemand die Heizung beguckte. Wie gesagt, ich bin ein geduldiger Mensch, aber wenn der Geduldsfaden mal gerissen ist:
– Beim Einbau Dachziegel verschoben und für Überschwemmung im Haus gesorgt.
– Diese Misere schulterzuckend zur Kenntnis genommen und sich noch nichtmal entschuldigt.
– Uns eine Woche mit einer nagelneuen Heizung in einem Brandraum warten lassen.
– Mich über zwei Wochen immer wieder vertröstet, als ich doch nur eine grobe Kostenschätzung für die Neuisolierung von den Heizungsrohren brauchte (für die Versicherung) – und ICH habe alle Naslang hinterhertelefoniert!
– Den Kostenvoranschlag dann den längst woanders wohnenden Vormietern auf den AB quatschen.
– Und uns jetzt noch mit einer Monteursrechnung über 60 Euros kommen für die fünf Minuten Heizung begucken!
Ach ja, und die Rechnung vom Heizungsisolierer ist doppelt so hoch wie der Kostenvoranschlag.
Nee Leute, so echt nicht!

Ich sag ja, manchmal möchte ich zu gern austeilen, Ohrfeigen, rechts und links! *batsch* *batsch* *batsch* Äh, warum? *batsch*

Bin ich jetzt mit meinen Ansichten zu altmodisch? Rege ich mich zu sehr auf? Und wenn schon … dann bin und tue ich das eben!

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