Viernheim, Würzburg, München, Ansbach

Keine schönen Nachrichten dieser Tage. Wie so viele andere vermisse ich gerade ein bisschen die Zeiten, als man ein Sommerloch noch mit einer ausgebüxten Kuh oder einem gesichteten Krokodil überbrückt hat.

Zum Großteil habe ich die Geschehnisse in München per Twitter verfolgt. Sehr berührt haben mich die Tweets unter „offeneTür“ bzw. „opendoor“, als diese Hashtags geflutet wurden mit Angeboten von Münchnern (Privatleuten, Hotels, Geschäften etc.), bei denen Gestrandete unterkommen konnten. DAS fand ich toll.

Letztlich kann alles überall passieren.
Ich habe mehr als 20 Jahre in München gelebt, bin fast jeden Tag mindestens zweimal mit verschiedenen S- und U-Bahnen gefahren und habe oft genug bei mir gedacht: Ein Durchgeknallter kann immer mitfahren,  am Bahnsteig rumhängen,  unterwegs sein.“  Nicht wirklich Angst, auch kein „ungutes Gefühl“, mehr so das Wissen, dass nichts mehr sicher und nichts vorhersehbar ist.

Viernheim zum Beispiel liegt durchaus mal in meinem Aktionsradius, wenn auch nicht das Kino dort. (Exorbitante Eintrittspreise, grottenschlechte Filme und andere Menschen – na danke, Kino ist für mich generell keine Option mehr in der Freizeitgestaltung.) Ansbach ist immerhin grob in der Nähe meines fränkischen Geburtsortes.

Viernheim und Ansbach zeigen auch, dass es eben nicht immer die Touristenhochburgen und Großstädte sind. Wir leben nirgendwo mehr auf einer Insel der Glückseligkeit.

Das ist nun leider auch alles Wasser auf den Mühlen gewisser Gruppierungen, denn in einem haben sie dummerweise recht: Es müsste einiges anders gehandhabt werden in diesem unserem Lande. Nur wird dieses „anders“ unterschiedlich interpretiert.

Ein Satz meiner Mutter, den sie gerne wiederholt hat, ist mir da ganz arg in Erinnerung. (Jaja, irgendwoher muss meine Ader ja sein, Apfel und Birnbaum und so …) Sie war eigentlich eine ganz und gar unpolitische Frau, ging nur aus Prinzip wählen und kreuzte auch aus Prinzip immer das Gleiche an. Aber manchmal kommentierte sie das politische und weltliche Geschehen: „Pass auf, es wird nicht besser, sondern schlimmer werden. Und irgendwann steht dann wieder einer auf und übernimmt das Ruder. Und wieder wird ihn keiner aufhalten, sondern alle werden ihm nachrennen.“

Hm. Ich hoffe doch nicht. Aber die Stimmung scheint schon sehr danach …

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2 Kommentare

  1. Jetzt musste ich grinsen und das bei so einem Post. Ja, ich würde auch sehr viel lieber sehr viel mehr über irgendwelche, dem Sommerloch geschuldeten Peanuts lesen. Und als mir heute Morgen eine Nachricht bezüglich „Rente mit 73?“ ins Haus flatterte, dachte ich: Früher war es die Hauptsorge, ob die Rente später reicht. Heute fragst du dich, ob du die Rente überhaupt noch bekommst. Im Zweifelsfall wird sie auf 90 hochgesetzt und vorher beißt du irgendwo ins Gras – durch eigenes Verschulden oder „fremde Hilfe“. [Sorry, nicht nett oder zielführend, aber ist doch wahr.]

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