Balkongedanken (7) – Dankbarkeit

Wissen Sie, 2016 war für mich und den MannMitHut absolut kein überragendes Jahr. Zu viele Hindernisse im Weg, zu oft „gehe zurück auf Los“, zuviel Kraft- und Energieraubendes. Die größeren Ereignisse sind hier nachzulesen, die vielen kleineren nicht so. Wir sind inzwischen beide tatsächlich angeschlagen und oft nur noch sehr, sehr müde. Bei mir ist es etwas besser geworden, seit ich mit meiner Ärztin gesprochen habe (es gibt sie noch, diese tollen Zuhör-Ärzte) und wieder brav regelmäßig meine Tabletten nehme (dass eine solche Winzmenge an Schilddrüsenhormom so viel ausmachen kann …). Der MannMitHut ignoriert noch, aber ich sehe ihm ja an, wie ihm das Jahr zugesetzt hat.

Trotzdem: Eines der vorherrschenden Gefühle in 2016 bei mir ist Dankbarkeit. Dafür, dass mein Leben trotz allem ein gutes ist. Ich bin dankbar dafür, dass
ich den MannMitHut habe
ich ein ziemlich großes Dach über dem Kopf habe
ich Menschen kennenlerne, die mich unterstützen und fördern
ich in einem friedlichen Land lebe und einfach in Geschäfte gehen und einkaufen kannich keine schlimmen Krankheiten oder Behinderungen habe
ich selbständig sein kann, weil ich das will
ich in einem Haus mit Garten und viel Platz lebe
ich meinen Hobbies nachgehen kann
und noch etliches mehr, das mir jetzt gerade nicht einfällt.

Und so lange ich noch jeden Samstag zum Einkaufen fahren kann, so lange ich den Kühlschrank oder den Küchenschrank aufmache und darin etwas zu essen ist, so lange ich Strom, Heizung und die Annehmlichkeit eines Bades (und dreier Toiletten, nebenbei) habe, so lange ich keine ernsthaften Gesundheitsprobleme habe, so lange ich Haustiere haben und notfalls spontan in die Tierklinik fahren kann (drücken Sie der Cleo ein bisschen die Daumen, ja?) – so lange GEHT ES MIR NICHT SCHLECHT! Ich bin dankbar dafür, dass ich das alles habe. Sehr.
Ich sage das auch nicht einfach vor mich hin oder versuche mir das einzureden, sondern: Das ist ein Gefühl, das ganz tief aus dem Bauch kommt.

Nein, wir können im Moment kein Geld auf die Seite legen, keine Sprünge machen, wir leben spitz auf Knopf, wir wissen manchmal nicht, wie wir große Rechnungen bezahlen sollen, wir würden so gerne das Haus gefälliger machen und notwendige Instandhaltungen machen lassen, es geht eben nicht.

Und doch: Ich finde, wir müssen alle wieder viel mehr die kleinen Dinge schätzen, die wir so oft als selbstverständlich hinnehmen. Es kann alles sehr schnell vorbei sein.

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