Die Windmühle

Hmpf, reingelegt!

Das hab ich nun davon! Schrob ich nicht erst, wie ich dem Oster-Verpackungsmüll-Geschenk widerstanden habe? Und was nun? Die Schwiegers zu Kaffee und Kuchen eingeladen (hier muss ja deren Alt-Küche entsorgt werden, und das sehe ich nicht als unsere Sache), und was bekomme ich mitgebracht und geschenkt? Eine Packung M*nCh*rie! Das ist doch eine Retourkutsche … Ich war einfach zu verdutzt und konnte in dem Moment nicht ablehnen *seufz*

Ich finde das jetzt gleich auf mehreren Ebenen doof:
1. Ich mag die Dinger nicht! *bäh*
2. Plastik drumrum und innendrin und jedes Teilchen hübsch einzeln verpackt. *gna*
3. Was mache ich jetzt damit? Ich weiß gerade niemanden, dem ich das weiterschenken könnte.

 

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Gut gemacht!

Doch, ich finde schon, dass ich das gut gemacht habe. Es ist nämlich gar nicht so einfach, ein Geschenk von jemandem zurückzuweisen, der es doch nur gut meint – weil es den eigenen Prinzipien zuwiderlaufen würde. Reich-Ranicki hätte gesagt: Ich nehme dieses Plastikverpackungsmüll-Ostergeschenk nicht an!

Glauben Sie mir, es ist mir wirklich nicht leichtgefallen. In der Sache ja, aber nicht gegenüber der Person. Aber warum soll ich ein Geschenk mit nach Hause nehmen, das a) zu 50 % aus reiner Verpackung besteht, die entsorgt werden muss (mal abgesehen von der Herstellung, eigenes Kapitel) und b) die billigste Schokolade beinhaltet, die zu solchen Saisonzeiten angeboten wird (Masse statt Klasse)? Ich will das nicht essen, ich will es nicht auf den Hüften haben, ich will das nicht entsorgen müssen! Ich will schon gar nicht die Produktion von sowas unterstützen.

„Ja, aber in irgendetwas muss der Schokohase doch verpackt sein? Andere sind halt in Alufolie?!“
Schon, aber wer sagt denn, dass das das (Hä? Stimmt hoffentlich so.) einzige Geschenk ist, das man an Ostern machen kann? Es gibt hundert Möglichkeiten von Selbstgebackenem (es gab ja schließlich auch Kuchen und gemeinsame Kaffeezeit, das reicht mir auch) bis zu Nähkrams.
Aber weil man das „halt immer schon so gemacht hat“ und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird es eben trotzdem versucht. Obwohl meine Anti-Haltung bei dem Thema durchaus gut bekannt ist.

Nö, nicht mehr mit mir.

We survived Ostern 2015 …

Aber gerade eben so. Würde ich mich aufregen wollen, wüsste ich nicht, wo ich anfangen soll.
Wie formulierte das Oscar Wilde so treffend? „Nach einer guten Mahlzeit kann man allen verzeihen, selbst seinen eigenen Verwandten.“
Ich muss ja zugeben: Das pomfortionöse Essen entschädigt dann doch für die angeknabberten Nerven.
Und  ich würde den geneigten Leser auch gerne optisch an dem Fisch, der Schweinelende im Blätterteig und der Lammkeule teilhaben lassen, allein – Sie ahnen es: Die Kamera nützt halt nix, wenn sie nicht am Ort des Geschehens ist.

Dafür kann ich es mir nicht verkneifen, den Kampf gegen die Windmühlen zu veranschaulichen:
Die Pest im Glitzerkleidchen:

Ostern1

Müllexplosion. Hilfe, ich werde zugemüllt, auch noch in rosa (!):

Ostern2

Und mit Plastik und Alufolie:

Ostern3

*seufz* Es sind halt schon sehr große Windmühlen …
(Und fragen Sie mich besser nicht, woran mich diese beiden goldfolierten aufgeklappten Eierhälften erinnern!)

Passend zum Thema aktuell in der öffentlich-rechtlichen Mediathek: Plastik – der Fluch der Meere.

Ich geh Müll rausbringen …