Handmade With Love

Glühwein

Die für meinen Geschmack allerblödeste Jahreszeit: Morgens dunkel, nachmittags dunkel und dazwischen wird es auch nicht hell … Ich bin froh, dass ich mich mit dem Gedanken „ab jetzt werden die Tage wieder länger“ trösten kann.

Aber Glühwein kann auch ganz schön tröstlich sein. Und weil ich noch eine zweite Fuhre produziert habe und außerdem auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame hier mein Rezept:

Man nehme
2 Flaschen trockenen oder halbtrockenen Rotwein
1/4 bis 1/2 Liter Orangensaft
ca. 3 bis 4 Esslöffel Zucker
2 Stangen Zimt
3 Sternanis
4 – 5 ganze Nelken (Gewürz! Keine Blumen!)
etwas Kardamom
2 Esslöffel Quittengelee (rein optional, wenn zufällig gerade vorhanden)

Den Rotwein im Topf heiß werden lassen, Orangensaft und alles andere reinrühren und die Menge leise vor sich hinsimmern lassen. (Kennt außer mir eigentlich noch jemand den Ausdruck „simmern“?) Soll heißen: Das Ganze darf nicht kochen, sonst haben Sie den schönen Alkohol in Ihrer Küche unter der Decke hängen statt im Glühwein. Nach etwa einer Stunde schalte ich die Herdplatte ab und lasse den Topfinhalt noch ungefähr eine weitere Stunde durchziehen. Fertig! Abfüllen! (Den Glühwein! – Oder halt sich selber.)

Wichtig: Unbedingt zwischendrin mal probieren, ob noch Zucker fehlt. Das hängt halt immer auch vom Wein und vom persönlichen Geschmack ab.

Bei mir bestand erste Charge aus zwei Flaschen trockenem Dornfelder, bei der heutigen Aktion habe ich zwei Flaschen von meinem heiß geliebten Schriesheimer St. Laurent aus dem Kellerbestand genommen. Merke: Nicht am Wein geizen! Nur guter Wein wird guter Glühwein. Nix für 99 Cent nehmen, bei acht bis zehn Euro wirds interessant.
Nachdem manche Rezepte von schwarzem Tee sprechen, der auch noch mit rein muss/soll, habe ich das beim ersten Mal gemacht und festgestellt: Ne, muss nicht, ist besser ohne.
Das Quittengelee passt geschmacklich hervorragend, ist aber nur so ein „Schleifchen dran“, weil ich gerade Unmengen davon im Kühlschrank habe.

So, denn mal fix an die Pötte und Glühwein gemacht, ne!? Und lassen Sie mich gerne wissen, wie *hicks* er geworden ist!

Die Katze lässt das Mausen nicht

und die Nähnerdin lässt das Stoffekaufen nicht!

Tja nu, was soll ich sagen?
Ich weiß doch auch nicht, wie das passieren konnte … plötzlich waren alle Taschen rappelvoll mit Zeug …

Sie dürfen mich doch auch nicht einfach so unkontrolliert auf einen STOFFMARKT lassen!
Und ich töne noch: Ich brauch ja eigentlich nix.

Ausbeute Stoffmarkt Ludwigshafen letzten Samstag:

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Diesmal fast nur Einfarbiges. Grün und Grau in der Mitte werden Rückseiten von Patchwork-Decken ergeben (bis man so ein Grün mal findet …), dazu Stoff für Bequem-Hose und T-Shirts für den MannMitHut. (Der MannMitHut findet tatsächlich in keinem Klamottenladen etwas zum Anziehen. Weil nämlich die Hersteller alle Naslang ihre Schnitte ändern!! Das gilt für T-Shirts, Polos, Hemden, Hosen, …. ach, endlos. Und Schuhe! Schuhe für den MannMitHut sind definitiv ein GROSSES Problem!)

Der Rest sind schön dehnbare Jerseystoffe für Wasserfall-T-Shirts nach Pattydoo*, nachdem der genähte Prototyp doch tatsächlich tragbar ist – zwar nur zur Gartenarbeit (Merke: Querstreifen in Jersey, die an der Naht exakt aufeinandertreffen sollen, tun das im Allgemeinen nicht.), aber hey: Selbermacht!!

Also mal fix die Fleißarbeit erledigt:

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Gewaschen, ungebügelt, gewickelt. Ab damit ins Regal.

Nicht im Bild: Die drölfzig Kleinteile, die ich unter anderem für Nesteldecken** verarbeiten will. Die sind nämlich bereits wild verstreut, weil ich muss ja alles auspacken und befu… anfassen. Dazu noch zwei Farben Overlock-Garn, weil: Man hat ja nix!

Jetzt reichts aber erstmal wieder mit Nähnerd-Einkäufen!

* Ja, ich mag Pattydoo sehr. Die Nähvideos sind große Klasse, es sieht alles so einfach aus, ich möchte dann immer sofort losnähen. Auch Schnitte kaufe ich dort problemlos.

** Das sind Kissen oder Decken, die in der Betreuung von dementen Menschen eingesetzt werden. Die können damit ihre Hände beschäftigen: Reißverschlüsse, Quasten, verschiedene Bänder, Knöpfe, Fransen, ach, alles Mögliche, was sich bewegen, ordnen, befühlen lässt. Manchmal rufen Dinge wie Quasten, ein Stück Spitzendeckchen, eine Borte, ein gehäkeltes Stück Mini-Topflappen Erinnerungen wach und machen ein bisschen Kommunikation möglich.

Ich hab ne Neue!

Zuwachs im Nähmaschinenpark, jawohl!
Wer nichts mit Nähnerd-Kram anfangen kann, muss jetzt hier nicht weiterlesen. Die anderen werden meinen Freudentanz verstehen. 🙂

Denn ich habe mir den ultimativen und puren Luxus einer Overlock-Nähmaschine gegönnt:

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Und ich mag sie jetzt schon sehr!
Nach vielen Recherchen und gründlichen Überlegungen – warum gerade die Gritzner 788?
1. Sie hat einen Differentialtransport, der bei flutschigen und dehnbaren Stoffen echt Gold wert ist.
2. Sie hat einen Freiarm.
3. Das Einfädeln ist keine Raketenwissenschaft, wenn auch nicht so einfach wie bei einer normalen Nähmaschine.
4. Sie bringt einen Schwung Zubehör und fünf Sonder-Nähfüße mit.
5. Sie ist relativ leise und bleibt mit ihren Saugnapf-Füßen ordentlich auf dem Tisch stehen.
6. Die Anleitung ist okay, im Prinzip gilt aber: Auspacken und losnähen.
7. Einige von mir geschätzte Näherinnen, die Brot und Butter damit verdienen, nähen mit dieser Maschine, zum Beispiel die Frau Ringelmiez.
8. Der Preis! Hier stimmt einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich brauche ja keine Hochleistungsmaschine, sondern was für den soliden Hausgebrauch.

Und weil es mein Zimmer ist und ich da sehr gerne vor mich hinwerkele, hier noch ein paar Fotos. (Nochmal: Achtung, Nerdkram!)

Die Ahnenecke:

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Sie sehen hier die uralte (1918?), höllisch schwere (Gusseisen!) Nähmaschine von Omma E. (der Oma vom MannMitHut), die damit durchaus ihre kleine Familie über die Runden gebracht hat. Auf dem Regalbrett darüber die alte Singer-Nähmaschine meiner Mutter, auf der ich irgendwann meine ersten Näh-Gehversuche unternommen habe. Rechts ein Familienerbstück, das einer meiner Urgroßväter persönlich gemalt hat. Ich mag das Birkenwäldchen immer noch.
Ich bin auch sehr glücklich, dass die Schätze hier ein neues Zuhause haben.Und wenn ich dann auf der anderen Seite des Zimmers vor mich hinnähe und herzhaft fluche ob der aufzutrennenden Naht oder des Drecks…. – Sie wissen schon, dann höre ich sie durchaus lachen und spotten, die Omma E. (gelernte Schneiderin) und die Mama (äußerst versierte Hobbyschneiderin). Es passiert schon mal, dass ich mich dann umdrehe und sage: Ich kann Euch hören! Aber hauptsächlich spüre ich ihre positive und wohlwollende Energie.

Die kreative Ecke:

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Links die Neue, rechts meine Pfaff Hobby 1132, ebenfalls für den soliden Hausgebrauch.
Darüber mein kleiner Handwerkerstolz, die Aufbewahrung für die Nähgarnrollen. Ich sehe so auf Anhieb die Farbenauswahl, mit Glück hängt auch schon die farblich passende Spule darunter. Für die Scheren ebenfalls sehr praktisch, da griffbereit und trotzdem aus dem Weg. Drumherum meine Lieblingspostkarten und der allerbeste Pattydoo-Spruch: Jeden Tag eine gute Naht! 🙂
Nunja, eigentlich müsste das Ganze nochmal ab und ordentlich fertig gebaut werden – aber Provisorien halten sich eben lange.
Die Holzstange rechts im Bild sollte ursprünglich mal alle Bänderrollen aufnehmen, kommt aber wohl nicht zum Einsatz. Links andeutungsweise mein Bücherregal. (Naja, den Wasserbecher fürs Bügeleisen-Wasser hätte ich vor dem Fotografieren wegräumen können.) Auf dem Tisch (ein Micke vom Blaugelben) mein aktuelles Projekt, eine Hexmex-Geldbörse.

Auf der anderen Seite – die Vorratsecke:

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Es ist tatsächlich schon einiges an Stoffen verarbeitet (da hats Lücken!), trotzdem ist noch jede Menge da. Links die Baumwoll-, Jersey- und Möbelstoffe, darunter Sammelsurium, für das ich noch keine sinnvolle Aufbewahrung gefunden habe. In der blauen „Schatzkiste“ – ähm, ja, UFOs …

Rechts die Stoffe, die eigentlich Tanzkostüme werden sollen. Ganz oben links die Chiffons (flutschflutsch), rechts die richtig teuren Spitzen- und Folienstoffe. Dazwischen reingewurschtelt Vlies und Füllwatte. Darunter drei Regalmeter mit elastischen Stoffen, hauptsächlich vom Restetisch (auch dafür vermisse ich München …). Unten liegenderweise die Pannesamt-Meterwaren. Es sind auch einige gleiche Stoffe in verschiedenen Farben für Gruppenkostüme da.

Eins hab ich noch:

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Damit das kreative Chaos auch zu sehen ist … Auf dem Boden: zwei aktuelle Nähsachen (eine allein reicht ja nicht, Sie machen doch auch immer drei, vier, fünf Sachen gleichzeitig, oder, ODER?) Im braunen Regal mein Wollvorrat, der wohl auch für fünf Jahre reicht.
Leider passt in das kleine Zimmer kein Tisch mehr zum Zuschneiden – dafür muss ich ins Dachgeschoss, wo ein Schreibtisch zweckentfremdet wird.

Ich MAG dieses Zimmer, leider fehlt mir die Zeit, mich dort öfter und länger auszutoben.

 

Übersprungsnähen

Handwerker im Haus. Orr. Immerhin schon die Maler, zumindest stehe ich jetzt nicht mehr in einer dunkelschwarzen Kammer, wenn ich in den Keller gehe.

Nervig ist es trotzdem, wenn ich dann schon zuhause bin und nicht in putzenden / aufhübschenden Aktionismus verfallen kann. Also durfte gestern zumindest die Nähmaschine mal wieder losrattern. Somit habe ich immerhin die Hosenbeine der schwiegermutterschen Wanderhose gekürzt, das Lieblings-T-Shirt vom MannMitHut repariert (Zwillingsnähnadel rules!) – und mal eben in 10 Minuten eine Kissenhülle genäht.

Ehrlich, das war so nicht geplant! Ich stand ein bisschen gedankenverloren im Nähzimmer rum, pfriemelte den Plüsch zum x-ten Mal aus dem Schrank, musste grinsend an Frau Weibswort und ihr Cottage mit den Rosenstoffkissen denken (weil ich das sooo gut verstehen und mir bildlich vorstellen kann) – ja, und dann hat eben alles gepasst. Vier gerade Nähte, fertig das Teil. Sowas …

Naja, ich bin ja nicht gerade die Blümchen- und Herzchenfetischistin. Aber DEN Stoff konnte ich einfach nicht ignorieren. Lag ja auch nur zwei Jahre im Schrank (und war eher für eine Babydecke eingeplant). Inzwischen ärgere ich mich, dass ich nicht mehr davon gekauft habe.

Wolle kuschel habe?

Kissen1 Kissen2

(Kissen mit Hotelverschluss, 50 x 50 cm, Füllung: Möbelschwede)

Nähen marginal

Arbeit fressen Zeit auf. Trotzdem hüpfen immer mal wieder Kleinigkeiten unter der Nähmaschine vor, aktuell zwei kleine Kannmanimmermalgebrauchens als Geburtstagsgeschenk:

Ein einfaches Utensilo (Maße ca. 11 x 12 x 11 cm, Stoffe: Butinette, Anleitung: eine der vielzähligen aus dem Internetz):

Utensilo1 Utensilo2

Im Prinzip drei gerade Stücke Stoff bzw. Vlies, die aneinandergenäht werden.

Und ein Reißverschlusstäschchen (Maße ca. 19 x 15 cm, Stoffe: Stoffmarkt, Anleitung: Kosmetiktäschchen „Susie“ von Pattydoo):

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Die Kellerfalten habe ich inzwischen ganz gut drauf – mein Fluchmoment sind regelmäßig die beiden Ecken am Reißverschluss.

Vor einigen Wochen entstand auch eine kleine Umhängetasche nach dem „Alles dabei“-Schnittmuster von Farbenmix (mit einigen künstlerischen Freiheiten). Das Innenleben besteht aus einem einfachen, einfarbigen Baumwollstoff und hat zwei, drei Seitenfächer:

Lila1 Lila2 Lila3

Ich bin keine Handtaschenträgerin, mir ist das Gebamsel an der Schulter lästig. Geldbörse, Handy, Schlüssel, Taschentücher müssen in Hosen- oder Jackentaschen passen, damit ich die Hände frei habe. Aber ab und zu muss es eben doch eine Handtasche sein. Den Stoff habe ich einmal sehr günstig – da reduziertes Reststück – im Kaufhaus erstanden und wusste sofort, dass ich ihn für diesen Schnitt verwenden will. Hat ja nur zwei Jahre gedauert …

Diese Tasche und die El Grande von Farbenmix sind meine AllTime-Taschenfavoriten, die ich immer mal wieder gerne angehe. Ich kann sie so einfach halten, wie ich das liebe und die Innen-/Außentaschen so setzen, wie ich sie brauche.

Beim Nähen verzweifle ich manchmal an Dingen wie „Das Runde muss jetzt an das Eckige.“ oder „Die andere Seite des Reißverschlusses gegengleich nähen.“ oder „Auf welche Seite muss ich jetzt die Träger stecken, damit sie am Schluss außen richtig sind?“ Oder bei der Tasche: „Wierum muss ich das jetzt zusammensetzen, damit der Zipper vom RV vorne ist?“ Huh, ich und räumliches Vorstellungsvermögen. Aber ich freue mich immer tierisch, wenn ich mich nicht vertue und am Ende etwas Brauchbares dabei rumkommt. 🙂

Scheißi an die Händi*

Da müssen Sie jetzt durch. Schicke Fotos kann ja jeder …

Hand1

So sehen die Hände aus, wenn man Whiskeytrüffel und Rumkugeln produziert. DAS zeigt auch kein Koch- oder Backbuch.

Kugeln1
(Whiskeytrüffel)

Leider muss ich zugeben, dass mir heuer die Schokomasse für die Rumkugeln dermaßen misslungen  (richtig so, Frau Ziggenheimer? *g*) ist, dass ich schon der Entsorgung selbiger nahe war. Aber Lebensmittel wegwerfen kommt auch nicht in Frage! Gibt es halt geeiste Rumkugeln, so!

Um es mit dem in Dauerschleife im Kopf laufenden „Nussknacker“ zu sagen:

Seht, die erste Kerze glimmt und brennt.
Es riecht nach Zimt – es ist Advent!
Und überschwemmt wird nun die Welt mit Plätzchen
Und mit Kuchen!

Plätzchen1
(Kissinger Plätzchen)

 

Kuchen2Muffins

Apfelkuchen und Schokomuffins für den Familien-Atzventz-Kaffee.

* Titel inspiriert von: Brettlspitzen/Bianca Bachmann/Chinesisches Couplet.
Viel Spaß beim Mitsingen und beobachten Sie auch das Publikum, wie es sich bemüht! 🙂

Kampfstationen!

So, nachdem ich am Wochenende das Weihnachtsoratorium live und in Farbe hatte, bin ich endlich in der richtigen Stimmung für den Kampf:

Der Gegner:

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Die Strategie:

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Die Waffen!

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Es sprach der MannMitHut: „Hast du kein Schneetarn?“ Ich so: „Nee, hab ich nicht. Liegt ja auch gar kein Schnee!“ Er so: „Aber Mehlstaub!“

Das Doping:

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Der erste Sieg:

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Hm, das war das Vorgeplänkel zum Warmwerden. Die großen Herausforderungen kommen erst noch. Aber ich will halt auch Weihnachtsplätzchen haben!
Note to myself: Nicht die doppelte Teigmenge machen und dann ein kleines Förmchen nehmen! Das artet aus!