Menschenstudien

Das Leben ist zu kurz,

um schlechten Wein zu trinken! Sagt jedenfalls der Weinkühler …

Und weil ich den MannMitHut heile vom langen Hockenheim-Wochenende zurückbekommen habe (suchmaschinen Sie „Matapaloz“ und „Hockenheim“ …), kam gestern Abend eine von den kostbaren Weinflaschen aus Schriesheim auf den Tisch.

Naja, was heißt „heile“ – zumindest in einem Stück und wiedererkennbar (suchmaschinen Sie „Pogo“).

Es geschieht so zwei-, dreimal im Jahr, dass der MannMitHut die Festival-Ausrüstung packt und sich in die Wildnis verabschiedet. Ich genieße das dann durchaus, die Zeit und das Haus für mich alleine zu haben.* Meistens bekomme ich dann irgendwann ein Anfall von Nostalgie und krame in alten Erinnerungen. Sie kennen vielleicht diese Gedankenketten, wo ein Gedanke zum nächsten führt? Im Laufe meiner – ziemlich unverklärten – Rückschau brachte mich meine Gedankenkette zu der Erkenntnis, dass der Mann, der einen Großteil meiner Jugend beeinflusst hat, in dieser Woche 57 Jahre alt wird. SIE-BEN-UND-FÜNF-ZIG! Öha, schwer auf die 60 zu! Da gehen sie hin ins Alter, die Idole unserer Jugend … Ich verfolgte einmal ein Interview mit ihm und habe auch seine Biografie gelesen. Beides habe ich nicht bis zum Ende durchgehalten, weil: WTF? Äh, nö Bub! So net! Diese geballte Portion Überheblichkeit, boah nee! Nun gut, Schulterzucken, bisschen grinsen über meine jugendliche Naivität in dieser Hinsicht (glauben Sie mir, in vielen anderen Dingen war ich nicht naiv!). Immerhin ist mein Beuteschema – äh, gefestigt.

Und wenn man dann mit dem Soulweeper  nochmal auf Dienstfahrt gehen darf, DANN HAT MAN HALT NEN OHRWURM! Und muss mal eben fünf sechs sieben Alben durchhören.

Und die Moral von der Geschicht‘? Älter werden hat schon auch so seine Vorteile. Manchmal lösen sich Illusionen auf, aber grundsätzlich ist es nicht schlecht, Menschen schneller zu durchschauen.

* Ja, der MannMitHut geht ohne mich auf Festivals. Ich bin dafür nicht geschaffen. Es ist besser für die Stimmung im Rudel und für mein Aggressionslevel (und die Unversehrtheit anderer), wenn ich dort nicht bin.

Erkenntnisse eines Wochenendes

La Famiglia:

1. Familie ist anstrengend.
2. Familie ist erträglich, wenn die Dauer des Zusammenseins sehr beschränkt ist.
3. Das Strahlen in den Augen meines Bruders, dass alle drei Geschwister zusammen gemeinsam seinen 60. feiern: unbezahlbar.
4. Kinder im Alter von 6 Jahren haben kein Problem damit, 24 Stunden zu sabbeln. Erwachsenen bluten dann halt irgendwann die Ohren.
5. Vergleiche niemals die Kindheit eines heute 6jährigen mit deinem eigenen 6jährigen Ich!
6. Kinder sind eine geldintensive Sache. Muss man sich vorher klarmachen.
7. Deutsche bleiben deutsch, angeheiratete ausländische Familienteile bleiben ausländisch, Mischehe hin oder her.
8. Mein Bruder hat einen SEHR sportlichen Fahrstil – meine Schwägerin fährt (Entschuldigung) wie eine gesengte Sau!
9. Die beste Zeit zusammen beginnt dann, wenn man sich in der Küche auf das (vermeintlich) letzte Bier des Abends der Nacht zusammensetzt.
10. Ich sollte doch mal mehr Kontakt zu meinen Brüdern halten.

La Strada:

1. Das neue Auto ist autobahntauglich, aber Kilometerfressen ist anstrengend.
2. Sind da draußen eigentlich nur noch Dappschädel unterwegs?
3. Es heißt REISSVERSCHLUSS-Verfahren, NICHT KLETT-Verschluss! Ist denn das so schwer?!
4. Mit einer Spuranzahl von 3+ scheint die rechte Fahrspur absolut keine Option mehr zu sein. 100 km/h auf der Mittleren, kilometerweit, egal ob man rechts schon überholt wird oder Hintermann wild lichthupt … Rechtsfahrgebot anyone?
5. Blinker werden auch überbewertet.
6. *quetsch* *drängel* *auffahr* *ausbrems* – in beliebiger wiederholender Abfolge.
7. Deutschland, deine Autobahnen … waren auch schon mal besser instandgehalten.
8. Der MannMitHut ist ein Weltklasse-Autofahrer.
9. Was ich alles für Schimpfwörter kenne … ?!

Fazit 1:
War schön, aber muss nicht so schnell wieder.

Fazit 2:
Es hat gutgetan, die alte Heimat mal wieder zu sehen.

Episoden

Oder: Da machste Dir so Deine Gedanken. Über Dankeschöns, Diplomatie und Dienstleistung …

Aber episodenweise ganz einzeln – Achtung, langer Text, nehmen Sie sich ’nen Kaffee:

Erste Episode:
Vor einiger Zeit nähte ich für eine Schwägerin ein Reißverschlussdingens für einen bestimmten Zweck. Sie befand es für diesen recht alltäglichen Zweck als viel zu hübsch und schön, war aber voll des Lobes und des Dankes. Kurze Zeit später drückte mir jemand anders eine Plastiktüte mit Stoffstücken und Kleinteilen in die Hand, die bei ihm für mich von dieser Schwägerin abgegeben worden war, ohne weiteren Kommentar – ich wüsste schon. Aha. Nunja, der Tüteninhalt ließ mir durchaus den Rückschluss auf den Nähwunsch zu, aber mir erschließt sich nicht, warum man mich nicht direkt anrufen, anmailen, ansonstwassen kann, um das  auszumachen?
Es dauerte jetzt einige Wochen, bis ich die Muße gefunden hatte, das nicht-so-hübsche Täschlein zu nähen. Die Übergabe „per Boten“ ist jetzt Tage her, und mich erreichte bis dato kein Dankeschön. (Update: Nach zwei Wochen ließ man sich dann doch mal herab …)
Selbiges Thema vor ein paar Monaten. Die dortige familieneigene Nähmaschine wurde beschimpft und verflucht, sie nähe nicht, die tauge nichts, Schund undsoweiter. Kannstdumalgucken, istdochSchrottoder?! Gutmütiges und nähmaschinenliebendes Wesen, das ich bin, nahm ich die Maschine mit –  allein das Gewicht sagte mir schon, dass ich da viele hundert Euros in der Hand hatte. Kein Plastikramsch, richtige Wertarbeit. Und die sollte nicht ordentlich nähen?? Nienicht. Mit einer Probenaht, RTFM, den richtigen Einstellungen an allen Knöpfen, Schaltern und Reglern (man KANN es aber auch komplett verhunzenstellen) – ei guck, die näht doch wunderbar und schnurrt und rattert, dass es eine Freude ist? Umgehend ging die funktionierende Maschine in ihr Zuhause zurück – was nicht zurückkam, war ein Dankeschön und ein „Ich habs ausprobiert, funktioniert bei mir auch, wodran lag’s denn?!“  Mal ehrlich, verlange ich da zuviel??

Zweite Episode:
Einem der Familienschäfchen wurde innerhalb der Probezeit gekündigt. Nicht zum ersten Mal, schon die vorherige Arbeitsstelle hatte die Probezeit verlängert und ihm dann doch signalisiert, dass er nicht der Richtige an diesem Platz ist. In der Probezeit brauchts ja keinen Kündigungsgrund, aber informell hätte er den Grund sicher herausfinden können. Die Aussage, dass einige Mitarbeiter nicht mit ihm zurechtkommen, ist ja doch etwas schwammig. Eine der zahlreichen Diskussionen brachte mich dazu, mich mal mit seinem Auftritt in den sozialen Medien zu beschäftigen. Hätte ich es besser gelassen … Wissen Sie, es braucht wirklich einiges, bis ich Menschen abweise. Aber in diesem Fall denke ich wirklich, wirklich schwer darüber nach, diese Person nicht mehr über meine Schwelle zu lassen. Einen Menschen, der beleidigende, hämische, verachtende, diskriminierende, infantile Posts schreibt, teilt, liket und sonstwasst und sich dabei auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit beruft – nein, sorry, so jemanden will ich nicht in meinem Haus haben.
Ach Schäfchen, glaubst du wirklich, ein Arbeitgeber holt sich einen potenziellen Quertreiber ins Haus? Jaja, die Welt und die Menschen sind so schlecht, keiner will dich einstellen.
Zählen wir doch einmal eins und eins zusammen: Bewerbungsunterlagen, die an schief und krumm schwer zu überbieten sind (Wieso, es zählt doch, was drin steht?!), kaum länger als ein Jahr irgendwo gearbeitet, du selbst der Ritter von der traurigen Gestalt in Person, dem man auf zehn Meter schon die Kranken- und Fehltage ansieht (Ich bin halt nicht gesund!), mit der Ausstrahlung von Energie und Tatkraft eines Toastbrots (Ich bin aber auch fix und fertig!) und dann noch ein solches Auftreten in den Medien (Die Meinungsfreiheit!!) ?? Willkommen in der freien Wirtschaft! Ich bin jetzt echt in der Zwickmühle, weil ich gerne helfen möchte, auch seine persönliche Meinung dazu hören möchte und doch denke: Leb doch mit den Konsequenzen, wenn dir die Meinungsfreiheit so viel bedeutet. Diplomatie ist ja nicht deins.

Dritte Episode (können Sie noch?):
Der eine oder andere geneigte Leser erinnert sich vielleicht noch, dass im letzten Sommer auf Geheiß des Familienoberhaupts eine neue Heizungsanlage in unserem Keller eingebaut wurde. In ebenjenem Kellerraum, in dem die alte Waschmaschine kürzlich ihr fackelndes Finale gab … Je nun, die Heizung sollte doch vielleicht besser mal überprüft werden, nicht dass die gelitten hat? Sind ja nur *hierfünfstelligenBetragdenken* Euro gewesen. Nun begab es sich, dass wir an ebenjenem Wochenende den Heizungsfirmen-Chef höchstpersönlich in freier Wildbahn trafen und ihn über unser Malheur ins Bild setzten.  „Ach Gott ja, rufts gleich am Montag in der Früh an, die sollen Euch jemanden schicken!“ Tat ich – nur, dass es dann geschlagene fünf weitere Tage dauerte, bis die jemand die Heizung beguckte. Wie gesagt, ich bin ein geduldiger Mensch, aber wenn der Geduldsfaden mal gerissen ist:
– Beim Einbau Dachziegel verschoben und für Überschwemmung im Haus gesorgt.
– Diese Misere schulterzuckend zur Kenntnis genommen und sich noch nichtmal entschuldigt.
– Uns eine Woche mit einer nagelneuen Heizung in einem Brandraum warten lassen.
– Mich über zwei Wochen immer wieder vertröstet, als ich doch nur eine grobe Kostenschätzung für die Neuisolierung von den Heizungsrohren brauchte (für die Versicherung) – und ICH habe alle Naslang hinterhertelefoniert!
– Den Kostenvoranschlag dann den längst woanders wohnenden Vormietern auf den AB quatschen.
– Und uns jetzt noch mit einer Monteursrechnung über 60 Euros kommen für die fünf Minuten Heizung begucken!
Ach ja, und die Rechnung vom Heizungsisolierer ist doppelt so hoch wie der Kostenvoranschlag.
Nee Leute, so echt nicht!

Ich sag ja, manchmal möchte ich zu gern austeilen, Ohrfeigen, rechts und links! *batsch* *batsch* *batsch* Äh, warum? *batsch*

Bin ich jetzt mit meinen Ansichten zu altmodisch? Rege ich mich zu sehr auf? Und wenn schon … dann bin und tue ich das eben!

Doch manchmal, ja manchmal …

Ich bin ein ausgeglichener Mensch,
Ein sonniges Gemüt,
Und um gute Umgangsformen
Bin ich sehr bemüht.

.
Doch manchmal, ja manchmal,
Da halt ich’s nicht mehr aus!
Die Galle läuft mir über
Und es platzt aus mir heraus:

J.B.O. – Mensch ärgere Dich nicht

 

Und nun stehe ich da und weiß nicht, worüber ich mehr den Kopf schütteln soll …
Nein, liebe Schwiegermutter, wenn Du ungefragt in meiner Abwesenheit in mein Haus reinspazierst, dann bin ich darüber gar nicht amüsiert! Ich empfinde das als Eindringen in meine Privatsphäre und als übergriffig. Ach ja, du hast ja nur eben schnell das Paket rübergebracht … NEIN! Nein, man geht nicht einfach in anderer Leuts Wohnbereich! Man fragt zumindest vorher mal, sonst rufst du auch wegen jedem Fürzerchen an! Außerdem ist da – wie du weißt – seit einigen Tagen ein extrem verunsichertes vierbeiniges Wesen bei uns im Haus, das bei jedem neuen Ding höchst irritiert ist! Und weiß ich denn, wo du noch überall noch reingeguckt hast? Ich werde da richtig SAUER!

Äh nein, du braucht dich bei mir auch nicht über die ausufernde Arbeit am Wochenende beklagen. Du weißt genau, dass du von mir keine bedauernden Mitleidsbekundungen bekommst. Laß deine Kinder endlich los! Die sind beide weit jenseits der 30! Und wenn du deinem zweiten Sohn eben die Vorbereitungsarbeiten zur Geburtstagsfeier abnimmst, dann ist das deine Sache. Der ist  a) alt genug, selbst alles herzurichten und einzukaufen, was benötigt wird; b) alt genug, ein paar Tische und Sitzbänke und eine Grillvorrichtung aufzubauen; c) verheiratet, so dass auch die dort vorhandene Ehefrau ihren Teil dazu beitragen könnte; und d) sich nicht zu schade, eine Feier mit rund 20 Leuten in euren Garten zu verlagern und dir die Arbeit zu überlassen.
Aber es ist ja so schön, wenn man gebraucht wird und unentbehrlich ist, ne? Hoffentlich ist er wenigstens so anständig, dich zu fragen, was du an Geld für Essen, Fleisch, Getränke, Knabbergezeter undsoweiter ausgegeben hast.
(Abgesehen davon, dass ich euer Geschenk für ihn absolut daneben finde, weil – ne, alles hat irgendwo Grenzen …)

Hmpf, musste ich gerade mal loswerden. Ich bin sehr froh, dass der MannMitHut dem elterlichen Helikopter frühzeitig entkommen und ein sehr eigenständiger Mensch geworden ist. (Immer mal wieder versuchen sie es und wir lassen es nicht zu.) Ich verstehe auch die Position „einmal Eltern, immer Eltern“.  Aber ich weigere mich, das Ganze auch noch als „unabänderlich“ zu unterstützen. Hier stehen so viele gegensätzliche Handlungsweisen und Ansichten im Raum, dass mir dafür nur die Bezeichnung „Clash of Cultures“ einfällt und es besser ist, wenn ich auf Distanz gehe. Notfalls eben mit einer deutlichen Ansage.

Elf Fragen

Die Frau mit dem roten Kleid hat in ihrem Blog elf Fragen liegenlassen, die habe ich mir mal eben aufgeklaubt.

1. Wie gut kannst Du zulassen, dass ein Mensch anders denkt und handelt als Du?
Inzwischen recht gut, glaube ich. Ich halte genau das für eine der härteren Übungen im Leben: In Situationen, wo man selbst definitiv anders handeln würde, anderen Menschen ihren eigene Handlungsweise zuzugestehen. Ich stoße da immer wieder mit der Nase drauf.

2. Was glaubst Du, warum haben zumeist Koch- und Beauty-Blogs bis zu 3.000 Anhänger?
Weil sie uns eine heile und schöne Welt zeigen, die wir für uns selbst gerne hätten, aber nicht hinbekommen. Sie vermitteln uns aber die Illusion, dass wir es könnten. Es ist ein ewiges Streben nach Perfektion. Und wenn ich dieses und jenes stylische Blog toll finde (was ich persönlich nicht tue), dann bin ich zumindest in Gedanken perfekt.

3. Wie viel Persönliches kann Deiner Meinung nach in einem Blog geschrieben werden?
Sehr viel, wenn der Verfasser nicht in Erscheinung tritt. Je anonymer, desto mehr Persönliches. „(Er-)Kennt mich ja keiner.“

4. Ab wann ist ein Blogger authentisch für Dich – und ist er das nicht (mehr), nur weil ein Foto von ihm (aus Eitelkeit oder zum Eigenschutz) bearbeitet bzw. verfremdet ist?
Ein Blogger ist für mich dann authentisch, wenn er nicht nur das Äußerliche zeigt („Guckt, ich war da und dort, tolle Fotos!“, „Klickt mal dahin, das hat mir diese Woche gefallen.“), sondern auch Einblick in sein Seelenleben mit Hochs und Tiefs gewährt. Seine Sichtweisen und Zusammenhänge erklärt. Und eine Lebensweise bzw. Standpunkte hat, die nicht in jedem Beitrag wieder umgeworfen werden.
Er ist auch dann noch authentisch, wenn er Fotos von sich bearbeitet – das Bild macht ihn allein ja nicht aus. Und wenn er seine Privatsphäre schützen will, dann darf er das.

5. Bist Du ein Pilcher-, Dschungelcamp- oder GZSZ-Fan und traust Dich das nur nicht zuzugeben?
Äh – nein! NEINNEINNEIN! Brauche ich alles nicht. Geh fort!

6. Redest Du wie Dir der Schnabel gewachsen ist und schreibst Du auch so – oder überlegst Du sehr genau, was Du wie schreibst?
Beides. Manchmal klempnere ich schon sehr lange an einer Formulierung. Manchmal ist aber auch alles im Fluss. Kommt auf den Blogbeitrag an. Einträge, die persönlich werden, überlege ich mir sehr viel genauer und länger.
(Aktuell ist da was auf Halde, das arbeitet im Untergrund vor sich hin – es wird ein großes Baby …)

7. Bist Du schnell zu begeistern?
Ja. Für viele verschiedene Dinge. Ich muss nur immer daran denken, dass die Begeisterung auch sehr schnell nachlassen kann und dass dann Vieles angefangen bleibt und nicht beendet wird.

8. Wie vergangen ist Vergangenes?
Nicht immer so vergangen, wie ich mir das wünsche. Das Thema beschäftigt mich aktuell, siehe Klammer bei Frage 6. Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu meiner Vergangenheit. Einerseits hat sie mich geprägt und wirkt sich immer auf mein Leben aus. Andererseits muss Vergangenes auch abgeschlossen werden, sonst kann man nicht offen für Neues sein.

9. Philosophierst oder phantasierst Du gern – oder bist Du ausschließlich ein Mensch der Tat?
Hier auch: Beides. Es gibt Zeiten für Luftschlösser und es gibt Zeiten fürs Handeln. Generell bin ich eher fürs Handeln. (Nach Goethe: „Im Anfang war die Tat!“)

10. Dreimal denselben Fehler gemacht, dreimal auf den Arsch gefallen – scheinbar unbelehrbar: Wie viel muss eine Freundschaft Deiner Meinung nach aushalten?
So viel muss eine Freundschaft aushalten, sonst hat sie den Namen nicht verdient. Der „auf-den-Arsch-Gefallene“ muss aber auch aushalten, dass ich sein Verhalten nicht gutheiße.

11. Zweite oder dritte Chance: Sind on-and-off-Beziehungen wirklich aussichtslos?
Nicht unbedingt. Wenn beide Seiten an sich arbeiten, besteht eine Chance. Wenn der Veränderungswille oder der Beziehungswille nur einseitig ist und bleibt: Finger weg. Dann wird das nichts mehr.

Soviel dann dazu. Ich bin gespannt auf die Antworten anderer Leuts.