Traumwelten

Aufzüge

(Willkommen in meinen nächtlichen Hirnwelten. Ich muss das jetzt hier festhalten, bevor die Bilder wieder komplett verschwunden sind. Wirr und unzusammenhängend, aber irgendwie wichtig.)

Direkt kurz nach dem Einschlafen: Ein großer Raum, mindestens fünf, sechs Meter hoch, ganz oben rundum große Fenster. Ganz laut und deutiich: „Eindringlingsalarm!!“ – zusammen  mit einem durchdringenden Piepsen. Das Haus verriegelt sich selbst. Ich bin im Alarmmodus, dann beginnt es zu schießen.
Ich wache verschwitzt und panisch kurz auf und denke „Nöö, kein Bock auf Alptraum. Was anderes bitte!- sofort schlafe ich wieder ein und bin im selben Raum.
Diesmal als Besucher zusammen mit anderen Frauen, die ich RL kenne. Ich betrachte Näharbeiten mit krummen und schiefen Nähten, und frage mich, wie die Moni sowas machen kann, sowas würde die doch nie herstellen, die arbeitet sonst RL sehr akkurat, ich kenne doch ihre Arbeiten! Plötzlich wieder – wie vorhin – „Eindringlingsalarm!!“ mit dem lauten Alarmpiepsen. Wieder verriegelt sich der Raum selbst, die Fenster gehen zu, die Verstecke öffnen sich.
Wieder wache ich kurz auf und denke „Nei-hen, ich will jetzt keine Alpträume, geh weg!“ Dann liege ich doch halbwach: Eindringlingsalarm … sollte ich besser mal aufstehen und im Haus nachsehen? Ist alles in Ordnung? Aber ich  im REM-Modus, der Körper bewegt sich nicht, obwohl das Hirn denkt.
Wieder einschlafen.

Ein Aufzugsraum, groß und schwarz. Jemand hat mich voller Stolz eingeladen ihn zu besuchen da oben. In seinem neuen Zuhause. Oh toll, jemand aus einem SEHR früheren Leben … nun gut. 138. Stock. Der Aufzug fährt hoch. Ach J., glaubst Du wirklich, hier oben im Elfenbeinturm plötzlich ein besseres Leben zu haben? Danke, nichts für mich. Ich gehe wieder.

Szenen, die nicht mehr greifbar sind.

Eine neue Aufzugswelt. Erst in einem relativ normalen Haus und einem normalen Verhältnis. Es geht abwärts, ach ja, mal wieder ein WC-Traum. Unten angekommen, um fünf Ecken laufen, das Klo suchen und finden. Treppen wieder hochlaufen. Noch ein paarmal dieselbe Klo-Such-Aktion – im Aufzug runter, um die diversen Ecken laufen, Klo irgendwann finden -, dabei unter anderem Stimmen hören, die aus meinem früheren Arbeitsleben stammen.
Szenenwechsel in die Klinik. Der Aufzugsraum ist riesig und ein Teil des eingerichteten Stockwerks. Er fährt nicht immer dahin, wo man hinwill. Er fährt hoch, runter – aber vor allem viel seitwärts. Menschen, flüchtige Szenen. Oh, das ist die vornehme Abteilung, ne, da wollte ich doch nicht hin, Aufzug schon weg, Knopf drücken, warten,  vorherrschende Farbe blaugrau, schick habt ihrs hier, aber ihr seid eben auch im Krankenhaus. Der „Aufzug“ von innen, groß wie die halbe Etage. Viele Male, ganz oft anhalten, rumlaufen, Aufzug wieder suchen, richtige Aufzugstür suchen, Türen gehen auf, einsteigen. Lange Fahrten, meistens seitwärts. Die junge dünne Schwesternschülerin, die von inks einsteeigt, durchrennt nach rechts, da wieder rauswill, aber zu spät, der Aufzug fährt los, laaaaange Fahrt. Sie  schreit frustriert, dass sie jetzt zu spät kommt.
Die Abteilung für die Übergewichtigen …. nicht lange bleiben. Da wollte ich doch auch nicht hin, wo muss ich denn eigentlich hin… Begegnungen und Unterhaltungen mit veschiedenen einzelnen Menschen. Dann der entscheidende Hinweis: Wenn  der Aufzug in Deine Richtung fahren soll, musst Du vorher die Pause-Taste drücken und dann das drücken, wo Du hinwillst. Bevor ich das richtig ausprobieren kann, wache ich auf.

Halb fünf, guten Morgen. Coffee please. Oh my goodness …

Ich fürchte, in dieser Schilderung steht ein entscheidender Satz, der für mich noch mal wichtig werden wird.

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Spinnen, Motten und Prince

Heute Nacht also mal wieder hochauflösend und gestochen scharf. Die Traumbilder! Was denken Sie denn!

Der MannMitHut hat freundlicherweise die beiden Spinnen aus meinem Büro hinausexpediert. Handtellergroße Spinnen mit einem weißen Hinterteil und schicken schwarzen Haaren darauf! Brrrr … Kurz darauf flogen die Motten herum, die aus der – hm, Architektur kamen. Fragen Sie nicht nach Logik in einem Traum. Die Wände waren Wände und doch wieder nicht. Und die Menschen, die eigentlich im Computer sein sollten (weil wegen Online-Termin heute), alle um meinen Schreibtisch herum.

Dann aber: Eine Veranstaltung mit lauter Menschen, die ich kenne. Und mit Prince als Ehrengast.  DAS beunruhigt mich schon etwas. WER? Jemand aus meinem realen oder virtuellen Umfeld? Tote Personen tauchen manchmal nicht ohne Grund in meinen Träumen auf …

Und im Tageslicht und mit einer großen Schippe voll Arbeit heute vor mir verblassen die Bilder zu Farbklecksen und diffusen Erinnerungspunkten.

Traum-Auto – Auto-Traum

Über viele Jahre hinweg hat mich eines meiner Traumsymbole begleitet, immer wieder kam es zurück, oft zwei-, dreimal im Monat: Ich fahre ein Auto und möchte gerne anhalten, weil ich angekommen bin, in der Garage bin, anhalten jetzt einfach „dran“ ist – nur: Das Auto hält nicht an! Wieder und wieder laufen in diesem Traum dieselben panischen Verhaltensmuster ab: Ich trete das Bremspedal bis zum Anschlag und noch weiter – das Auto bleibt nicht stehen! Ich ziehe wie verrückt die Handbremse – das Auto bleibt nicht stehen! Die Garagenwand kommt näher und näher – das Auto bleibt nicht stehen! Es wird vielleicht langsamer und langsamer, aber es BLEIBT NIE STEHEN! Eher verändern sich die Dimensionen der Umgebung  (die Wand kommt näher und doch wieder nicht), als dass das Auto stehenbleibt.

Wie gesagt, viele Jahre lang, immer wieder dasselbe Traumbild. Bis ich vor einiger Zeit las, dass das Auto in diesem Traum für mein eigenes Leben steht. Ich begriff mit einem Mal, dass das Auto um Himmels Willen nicht stehenbleiben DURFTE, sonst wäre mein Leben nämlich zu Ende.

Von dem Moment an, als ich das verinnerlichte, hatte ich den Traum NIE WIEDER.

Bis vorletzte Nacht.

Ich fahre wieder ein Auto. Es ist ein schwarzer, großer BMW – warum auch immer. Ich kann das Auto kaum kontrollieren. Der MannMitHut sitzt nebendran. Es lässt sich schwer steuern. Immer wieder kommen Situationen, in denen es wirklich um Millimeter geht – an parkenden Autos vorbei, um Hindernisse herum, auf der Spur bleiben. Ich kann das Lenkrad kaum richtig festhalten, während der Fahrt versuche ich, das Lenkrad richtig einzustellen … Schwierig, das alles. Auch die Pedale tun nicht das, was ich will. Gas geben ist ja/nein/vielleicht-kompliziert. Und ich fahre in diesem Traum durch die drei Stationen meines bisherigen Lebens: Ich starte in meinem Geburtsort, ich fahre durch München, bin schließlich im Dorf.

Hm. Ganz großes HMMM!

Heute Nacht dann wieder ein großes Traumbild, dass gefühlt über Stunden geht. Ich tue genau das, was ich im realen Leben vorhabe. Quasi wird mir hier ein Gespräch vorweggenommen. Ich sehe jedes kleinste Detail, den Schreibtisch, die Papiere, bis zur Frisur meines Gegenübers. Ich höre genau, was wir sprechen. Es fühlt sich alles richtig an. So will ich es und so soll es sein. Nach dem Gespräch gehe ich nach draußen. Die Luft ist erfrischend und klar.

Selten bin ich aus einem Traum so zuversichtlich aufgewacht.

Wunschdenken? Oder ein Ausblick auf die kommende Zeit? Hmmm.

Heute Nacht

Heute Nacht tanzte ich mit dem Rum Tum Tugger und sprach mit einem alten Küchenschrank.*  Er war ein sehr freundlicher Schrank mit seinen x Schubläden und Fächern, es war so schön, darin zu stöbern. Der Schrank zeigte mir sogar seine etwas versteckten Seitenfächer, und ich fragte ihn vorsichtig, ob ich reingucken dürfte. (Das hatte fast etwas Disney-mäßiges, nur halt in real und extrem unkitschig.) In der ersten Schublade waren Postkarten mit außergewöhnlichen Briefmarken, in der zweiten ein altes, brüchiges Telegramm … „gefallen“.
Dieser Schrank hatte eine Seele. Das war in diesem Zimmer aber nicht das einzige Skurrile. Denn als ich den Schrank mit etwas Kamera-ähnlichem fotografierte, drückte ich beim letzten Mal nicht auf den Auslöser, und einer der vielen Deko-Gegenstände in diesem Zimmer – die mittlerweile alle ziemlich viel Leben zeigten, einschließlich der Puppen und Teddys – imitierte das Auslösergeräusch. Da fing ich aber an, in die Runde zu schimpfen …

Kurz vor dem Wachwerden heute Früh begegnete ich noch alten Bekannten in einem sehr, sehr chaotischen – hm, „Ladenlokal“, das gerade umgebaut wurde. Ich kletterte auf einen Schrank und traute mich dann nicht mehr runter. Dann fiel mir ein, dass ich ja eine Karte für eine Nachmittags-Kabarett-Vorstellung hatte und begann wie wild zu suchen. Dabei fand ich eine Menge Post, die ganz anderen Leute gehörte, Geldscheine und irgendwann auch meine Eintrittskarte. Nur musste ich jetzt ganz schnell zum Zug, weil ich musste ja noch hinkommen…

Herrjeh! Das war also diesmal der Auftakt. Das wird sich jetzt jede Nacht noch steigern, bis der Vollmond durch ist. Die realsten Träume sind die vor Mitternacht, meistens wache ich gegen halb zwölf auf und habe Mühe, Realität und Traum voneinander zu trennen. Manchmal sind die Wände zwischen beiden Welten schon sehr, sehr dünn …

* Ich werde wohl mal eine sehr, sehr wunderliche Crazy Old Catlady werden!

Den Schrank kann ich Ihnen nicht zeigen, aber den Rum Tum Tugger, der war doch, der ist doch irgendwo, na, wo hab ich denn, ach, hier:

PS: Nein, ich hatte keinen Glühwein, falls Sie das denken. 🙂

Wer Visionen hat,

sollte zum Arzt gehen!*

Würde mir aber nichts nützen …

Nicht oft, aber doch mehr als manchmal sehe ich in meinen Träumen Dinge/Sachen/Ereignisse, die sich Wochen oder Monate später dann als – hm, Vorahnung herausstellen. Ich weiß nie, wann das passiert, ich kann es nicht steuern oder bewusst provozieren. Ich kann mich später nur erinnern und Zusammenhänge herstellen. Und eigentlich ziemlich entspannt damit umgehen.

Aber nicht immer. Oft genug wache ich voller Angst auf, Traumfetzen im Hirn, orientierungslos, panisch. Tröstlich ist dann die Nähe vom MannMitHut, die mich wieder erdet und mich wieder einschlafen lässt, sobald ich die Situation sortiert habe.

Manchmal kann ich die Traumbilder bis ins Detail rekonstruieren. Und manchmal bleibt außer diffusen Traum-Fetzen und beunruhigenden Gefühlen und Stimmungen nichts übrig. Und sehr, sehr manchmal – so wie heute Nacht – verblassen die Träume sehr schnell, aber die Botschaft bleibt glasklar im Kopf.

Der Terror wird näher kommen. Sehr nahe. Zu nahe.

Und DAS macht mir Angst. Ich hoffe sehr, ich interpretiere fehl.

 

P. S.: Nein, ich habe mich nicht intensiv mit Nizza und der Türkei auseinandergesetzt. Ich habe die Schlagzeilen gelesen und die Geschehnisse zur Kenntnis genommen. Mehr nicht.

 
(*Helmut Schmidt’sche Schnauze.)

 

 

Nachts im Kopf

Sie sehen mich kopfschüttelnd und facepalmend vor mir sitzen … eigentlich wollte ich von meinen heutigen nächtlichen Traumwelten berichten – aber jeder Versuch, DAS zu schildern, würde schiefgehen.

Da waren Explosionen, eine Menge Bada-Bumm, eine grau-gelbe Halle, die so genial konstruiert war, dass Schall- und Druckwellen der Explosion sich quasi in vorbestimmte Richtungen ausbreiteten und man nebendran nichts von allem mitbekommen hat. Es ging noch ein bisschen James Bond-mäßig weiter, bis ich mit einem entsetzlichen Angstgefühl halb aufwachte.

Lange Sekunden, bis sich Traumwelt und Realität voneinander lösten und ich die sehr beruhigende Nähe vom MannMitHut spürte. Ich schlief wieder ein und es ging grad so weiter.

Wieder Versuche, verrückten Menschen und Bada-Bumm zu entkommen, Feuer und gefährliche Spiele damit, gleich noch zwei Träume hintereinander. Glasklar und nicht im geringsten verschwommen, alle Handlungen logisch, aber eben surreal.

Was war da bitte heute Nacht in meinem Kopf los? War ich froh, als ich endlich aufwachen durfte …